12 von 12: mit Husten, Essbarem und ein wenig Arbeit

Die Nacht war hustig und doof.

Ich habe vergessen, Käse zu kaufen. Aber es gibt Aprikosenmarmelade, sehr birnige Birne und Croissants.

Auf ins Arbeitszimmer. Wochenpläne für Grundschulkinder werden gestrickt…

…Weihnachtslieder herausgesucht und geübt…

…und vor einiger Zeit laminiertes Material (von hier ) zu den Malreihen wird endlich mal zerschnitten. Dazu kann ich die aktuelle Outlanderfolge gucken, hach! 

Eh sämtliche Motivation nachlässt: auf in die Küche. 

Erst entrümpele ich die Gewürzschublade,

 

dann rühre ich ulkig guckenden Vorteig zusammen. Der darf jetzt 3 Tage in den Kühlschrank. 

Der Gatte sagt, dass es möglicherweise wohltäte, das warme Haus zugunsten des kalten windigen Dadraussens zu verlassen. Wir stapfen eine Stunde durch die matschige Natur, was wirklich wohltut. Das Hääändy blieb im Warmen, darum hier Drinnenherbstliches

Nun: Sofa, Tee, Kuchen! 

Das Sonntagsbuch ist ein wirklich ganz grandioser Comic

Das lese ich jetzt noch zu Ende. Dann bringe ich den Husten durch krasse medizinische Maßnahmen zum Erliegen

und freue mich auf ein Telefondate mit einer lieben Freundin. 

Habt einen guten Sonntag und zieht eure Novembererkältungsschutzausrüstungen an! 

Weitere 12 Bilder vom 12. findet ihr bei Draußen nur Kännchen

Advertisements

Links im November

Der erste Links sei stets eine Süßwarenlink: heute führt er zu wirklich ganz ungemein famosen Ahornsirupkeksen.

Aber ihr wollt nicht nur Kekse, ihr wollt auch Schulisches, wollt ihr nicht?

Die „Lesen mit Lisa/Schreiben mit Lisa“-Reihe, die ich eh schon gut finde, wurde um „Trainieren mit Lisa“ (Ich hab bisher nur Band 1) erweitert. Gut zu benutzen für das relativ selbständige Arbeiten des Kindes, langsame Progression, es wird intensiv am (lautgetreuen) Wortmaterial gearbeitet.

Apropos Deutsch: Herr(n) Emrich macht sich Gedanken zu oft anzutreffenden Übungen in „Buchstabenwegen“ und ich teile seine Bedenken.

Ich finde es – neben einer starken Fokussierung auf die phonologische Bewusstheit –   sehr, sehr wichtig schon so früh wie möglich den Leseprozess zu thematisieren – und eben zu lesen. Sehr schön geht das beispielsweise mit den monsterhaften Quatschnamen aus der Ideenreise – Pseudowörter lesen mit viel Spaß. Oder mit Ideen aus den RoLeR-Heften der sagenhaften Frau Koschay***, die Lesen und Schreiben von Anfang an verbindet.

Landauf, landab werden gerade Zahlenräume erweitert, ich bin da ja eine grosse Freundin der Mehrsystemblöcke (Zehnerstangen, Hunderterplatten etc.); um damit etwas am Smartboard zu zeigen, nutze ich diese amerikanische Seite.

Wenn mir mein eigener Unterricht gerade nicht gefällt (heute zum Beispiel), träum ich mich in Marions „Weltreise“-Einheit. Großartig.

Habt einen sanften November, kocht euch Kakao, esst dieses indische Dal und seid gut zueinander.

 

 

 

***Nachdem ich es mir so ca. 10 Jahre vorgenommen hatte, war ich endlich auf zwei Fortbildungen zum RoLeR-Trainingsprogramm bei Frau Koschay. Da geht frau beflügelt raus, muss ich unbedingt mal drüber schreiben.

P.S.: Alle Werbung erfolgte höchst freiwillig, unbezahlt und ohne irgendeine Kooperation.

 

Zum Weltlehrertag (mit Schnupfen geschrieben) 

Nein, ich bin wohl keine von diesen Lehrerinnen, die regelmäßig vom Feuilleton besungen werden – während das Wasser die Wände hinab rinnt macht sie, ausgestattet mit nichts als 2 Schiefertafeln und 5 „Spiegel“ Jahrgängen großartigen Erstleseunterricht. 

Ich bin keine „geborene Lehrerin“, ich bin eine gewordene. Ich habe mir Dinge abgeschaut und angelesen, ausprobiert und verworfen. Ich habe mit mir und meinem Beruf gehadert, mich aus dem Hadern hinaus gekämpft und in ein Angekommensein hinein.

Ich habe Kanten, (trage aber plüschigen Kantenschutz) eine dreckige Lache, Koffeinabhängigkeit und die Gabe, wie eine Umarmung zu schauen. 

Ich gebe nicht jeden Tag für die Kinder mein Bestes, aber Gutes, das gebe ich immer. 

Bunt statt braun: Essen zur Bundestagswahl

Gerade eben hat die Hattifnatte den Gatten bei der Hand genommen und ist ins örtliche Wahllokal gepilgert, um Parteien zu wählen, denen sie Menschenfreundlichkeit und demokratisches Gedankengut zutraut.

Nun wird sie gleich in die Küche gehen, sich ein bisschen vor 18h fürchten und etwas kochen, das ein im Hattifnattenhaushalt beliebtes Sonntagsessen ist: üblicherweise nenne ich es „Kühlschrank mit Nudeln“ Heute heißt es aus Gründen: 

Bunt statt braun (Nudeln mit Soße und gebratenem Gemüse)

Du brauchst (für 2)

Nudeln

5 Scheiben Bacon

1 Schalotte

1 Knoblauchzehe 

Ca 200g Tomatenpürree

Ca 100 g Frischkäse Natur 

Lorbeerblatt

Thymianzweige

Gemüse: bei mir heute 2 Möhren, 1 kleiner Fenchel, eine halbe Paprika. 

Pfanne mit Deckel, 2 Töpfe

Für die Soße: Bei niedriger Temperatur gewürfelte Schalotte, Knoblauch und 1 Baconscheibe anschwitzen, mit etwas Weißwein ablöschen, Tomatenmatsch, Frischkäse, Lorbeer, Salz, Pfeffer dazu. Köcheln lassen. 

Nudelwasser aufsetzen nicht vergessen! 

Fürs Gemüse: ebenfalls bei niedriger Temperatur restlichen Bacon, Möhre, Fenchel (alles gewürfelt)und Thymianzweige in eine leicht geölte Pfanne, Deckel drauf, Ca 6 Minuten braten. Deckel runter, Temperatur etwas hoch, Paprikawürfel dazu. Das Gemüse sollte am Ende noch al dente sein. Salz braucht es wegen des Bacon eher keines.

Nun noch die Soße (ohne das Lorbeerblatt) fein pürieren, liebevoll auf den Nudeln verteilen, das Gemüse kommt schick obendrauf. 

Guten Appetit und hoffen wir das Beste!

Da müsste Musik sein, wo auch immer du bist * (in diesem Fall: in Klasse 1)

„Ja, jetzt machen wir Musik, ja, jetzt machen wir Musik und so klatschen wir“ singen wir, patschen und klatschen dazu – mehr oder weniger im Takt. Nach jedem Durchgang folgt ein Rhythmus: ein Kind klatscht und spricht vor. Heute dran: das Thema „Wetter“. Simon klatscht „Wol-ken“, alle sprechen und klatschen dreimal nach, dann folgt wieder das Lied. Wir haben Spaß, koordinieren unsere Hände, schaffen einen gemeinsamen Beginn, trainieren die phonologische Bewusstheit.

In Absprache mit den Klassenlehrerinnen der beiden Ersten, die ich betreue, gibt es keine feste Stunde, in der halt nur Musik gemacht wird. Statt dessen darf ich in den Stunden, in denen ich „mit drin“ bin, 10 Minuten oder eine Viertelstunde nutzen, um das zu machen, was ich unter gutem Musikanfangsunterricht verstehe: etwas,das Spaß macht, Körper, Geist und Seele in Bewegung bringt und vielleicht sogar das ein- oder andere Kind in seiner Entwicklung voran bringen kann. Zusätzlich gibt es von den Grundschullehrerinnen ausgewählte, sehr schöne musikalische Rituale für Beginn und Abschluss jedes Tages.wp-1477408014935.jpg

Vieles, von dem was ich in diese Richtung kann, habe ich bei Björn Tischler gelernt. Der ist inzwischen nicht mehr der Jüngste und gibt nur noch wenige Fortbildungen. Wenn aber doch mal: geht hin! Wenn schwierig: Lest und nutzt sein neuestes Buch „Musik spielend erleben“. So viele, so sinnvolle Ideen. Ein Einblick: Regenideen für den Musikunterricht zum Download.

Was tu ich nun, wenn das Lied zu Beginn verklungen ist? Um dem ganzen eine gewisse innere Struktur zu geben, hat jede Woche (oder auch mal 2 Wochen) ein Musik-Thema. Gerade: Überraschung, Innovation, Trommelwirbel, Waldhornsolo: Herbstbeginn.

Anfang der Woche haben wir – das liegt in Norddeutschland gerade echtmal nahe – Herbstwind gespielt. Den sanften Wind und den wilden Sturmwind. In Geräuschen (Mund und Hände) und in Bewegung: Immer zwei Kinder dürfen, bewehrt mit den unentbehrlichen blauen Chiffontüchern, sanft owp-1477408033653.jpgder wild umherstreifen. Je nachdem, welche Geräusche die anderen von sich geben (ich steuere das mit erhobenen bzw. gesenkten Armen).

Zum gleichen Thema gibt es in der Pamina, Heft 31, ein wunderbares Sprechstück bzw. Lied: „Jetzt stelle ich den Wind ab“ **. Während es im Sprechstück um den tosenden Wind, unterlegt mit Körperklängen, geht, singen wir im zweiten Teil „Wenn ich den Wind nur stoppen könnte, bliebe alles still…“. ein wunderbarer Laut – Leise-Kontrast. Im leisen Teil gebe ich mehrere Rasseln und Schellen durch die Klasse, die möglichst geräuschlos weitergegeben werden sollen (bis wieder der „laute Wind“ beginnt). Dieses heiße Bemühen eines jeglichen Erstklässlers, diese Aufgabe ganz besonders sanft und leise zu erfüllen, erfüllt mit wiederum das Herz. Na klar geht das auch ohne das schöne Lied, einfach so als Stilleübung, z.B. unterlegt mit einer passenden Geschichte (durch den Wald schleichen etc.p.p.).

In einer anderen Stunde hören wir Herbstgeräusche. Unter meinem braunen Zaubertuch verborgen: ein Regenstab, ein paar getrocknete Blätter, Kastanien in einem Beutel, Handschuhe. Das Tuch wird kurz gelüftet, zum Gegenstand passende Geräusche werden vorgestellt. Dann darf ein einzelnes Kind eines der Geräusche unterm Tuch ausführen. Wer weiß, um welches Geräusch es sich handelt, darf eine entsprechende Bewegung dazu ausführen: den fallenden Regen, die tanzenden Blätter, das Wühlen  in den Kastanien oder das Anziehen der Handschuhe. Früher hab ich bei derartigen Übungen die Kinder aufzeigen lassen, bin aber inzwischen Fan der Bewegungslösung, weil so jedes Kind das Gefühl hat, „drangekommen“ zu sein.

Ich merke nach solchen Musikminuten, was ich getan habe. Extremmusiklehrererstklassfokus mit 28 Wuselkindern kostet tatsächlich körperliche Kraft.*** Ich merke nach solchen Musikminuten, was ich getan habe: in vielen Augen liegt ein Zauber. Als Jimmy später wieder ins Kieksen gerät, sind wir ganz kurz zusammen der sanfte Wind – und es gelingt ihm, zur Ruhe zu kommen.

*

 

 

** Stephanie Jakobi-Murer: Jetzt stelle ich den Wind ab! – Sprechvers mit Ruhepause. In: PaMina Heft 31, S. 52-53

***Aber zum Glück hat jemand sehr schlaues den Schokoriegel erfunden, um ebenjene wieder aufzufüllen.

P.S.: Ich spiele jetzt mal Amazon: Wenn Euch dieser Artikel gefallen hat, könnte auch der – zu Stilleübungen und Co nach Silvester – was für Euch sein.

 

run, run run – Tagebuchbloggen in der ersten Schulwoche

Kuchen gegessen, Dinge getan. Gerannt (selbstredend mit schwerem Gepäck, danke der Nachfrage).

Ich bin sehr gerne überpünktlich (auch an Bahnhöfen. Gerade an Bahnhöfen. Gerade an hässlichen Bahnhöfen). Mir ist es furchtbar unangenehm, zu spät zu sein, in der Schule bin ich generell viel zu früh (weil Hetze am morgen mich hektisch macht – und das kann keine wollen). Durch ungleiche Stundentaktungen des Klotzes und der Förderschule lässt es sich leider bei bestimmten Konstellationen nicht vermeiden, tatsächlich etwas  zu spät zu sein – das ist dann aber vorher abgesprochen und insofern hattifnattenhalbwegsok.
Heute hingegen war mir ein innerer Montag und meinem Kopf offensichtlich ein innerer Sonntag: Die Konstellation NachdervierteninderFörderschulelosundzurfünftenindenKlotz verheißt stets: viel Zeit, sogar eine halbe Tasse Kaffee und ein Drittel Stück Kuchen sind noch drin und ich setze mein „Auch für abseitige sonderpädagogische Probleme außerhalb meines Kompetenzbereiches hätte ich jetzt 4,7 Minuten Zeit“-Gesicht auf.

Problematisch ist es jedoch, wenn die Hattifnatte sich auf derartiges einstellt und erst nach dem Eintreffen im Klotz bemerkt, dass die Stunde bereits vor 8 Minuten begann (Der Pünktlichkeitsgott wird mit denen sein, die 5. und 6. Stunde voneinander zu unterscheiden in der Lage sind. Und über die Hattifnatte lacht er sich nun ist Fäustchen).