Closing Time (inklusive retrospektiver Selbstbeschmeichelung)

Liebe mitlesende Menschen, Hausgeister und Beuteltiere,

Ich werde diesen Blog Ende des Monats schließen, Grund ist, wie bei so vielen anderen, das DSGVO-Dings, dessen Handhabung mir gerade zu viel Zeit und Gehirnzellen abverlangen würde.

Es war mir eine Freude, meine wirren Gedanken und nicht ganz so wirren Überzeugungen fast sieben Jahre hier parken zu dürfen und ich bin dankbar um die Rückmeldungen und schriftlichen Seelenstreichler, die ich zurückbekam.

Zum Abschied hab ich meinen Blog durchgelesen. Manches, gerade aus der Anfangszeit, ist mir fremd geworden – dieser Blog ist aus Tränen, Zweifeln und Schokolade entstanden. Manches hatte ich vollkommen vergessen und einen Artikel werde ich ausdrucken. In einem Akt eitler Selbstbeschmeichelung hab ich mir die Texte rausgesucht, die mir – aus unterschiedlichsten Gründen – die liebsten sind. Wer sie (nochmal) lesen will: sie wohnen am Ende des Artikels.

Was bleibt? Das Wort „Kompetenzkleid“, die Erkenntnis, dass Worte wohl wirklich Taten formen können und eine wunderbare Freundin.

Danke fürs Mitlesen, es war mir eine Freude.

H.

 
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Eitle, schwer subjektive Liste eigener Lieblingsblogartikel
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Kekse, versehentlich erfunden

So Wochen, in denen die Lieblingsteampartnerin krank ist, du vor lauter Vetretung nicht zum Testen kommst, wenn du doch zum Testen kommst ein schlechtes Gewissen hast, weil die andere Kollegin gerade allein ist, Frau F. sagt, dass sie ja auch gerne mal „so gemütliche zwei Stunden“ mit nem einzelnen Kind hätte und du gerne mit dem HAWIK Manual werfen würdest, dich aber für liebliches Lächeln entscheidest. Wenn du den Wochenplan für S., den du dir seit Monaten aus Gehirnwinkeln ziehst (Iiihhh!) zusammengeknüllt in der Ecke findest, die A-Saite reißt und Dich Selbstmitleid überkommt: iss diese Kekse. (Zucker! Fett! Knusprigkeit!)

Erdnuss-Tahin-Cookies (genau, es war zu wenig Erdnussbutter da. In diesem Fall: zum Glück!)

Zutaten:

100g Butter, weich

150g Zucker

1 EL Vanillezucker

1 Ei

1 TL Meersalz

200g Mehl (bei mir war 1/4 davon Vollkorn)

1TL Backpulver

60g Erdnussbutter

60g Tahin (Sesammus, ich hab das helle genommen)

1EL Sahne

100-200g Schokolade, gerne Zartbitter

Etwas Sprudelwasser

So geht das:

Butter, Nusscremes, Zucker und Salz cremig rühren, Ei und Sahne dazu, noch cremiger rühren.

Mehl und Backpulver mischen, Schoki grob hacken, alles zur Buttercreme geben, ein Schuss Sprudelwasser oben drauf, verrühren.

Mit Händen oder Esslöffel etwa tischtennisballgrosse Teigbälle auf zwei Bleche verteilen, etwas platt drücken. Nacheinander bei 180 Grad etwa 12 Minuten backen (die Ränder sollten leicht gebräunt sein).

Zur Ruhe kommen. Atmen.Über Schwanartikel kichern, Der ganze Achtsamkeitskram, ihr wisst schon.

Vor allem aber: Kekse essen.

Links im März: Matheedition mit Keksen

Wer montags bei -12 Grad frühaufsichtet, braucht einen mit heißem Kaffee gefüllten Becher, um Seele, Magen und Kinderhände zu wärmen. Und Kekse in Magen und Gemüt: ganz großartig geeignet sind diese Mohnzitronencookies.

Ganz warm wird dem Körper in der Folge durch exzessives Andieheizunglehnen, dem Lehrerherzen durch das Auffinden dieser Seite zu virtuellen Arbeitsmitteln im elementaren Mathematiklernen. Herr Urff hat Ahnung (er hat zum Thema seiner Seite promoviert), das merkt man. Tolle Sache, didaktisch durchdacht.

Weiter geht´s mit Mathe –  total monothematisch hier heute: In vielen zweiten Klassen ist gerade Einmaleins o´clock und da der liebe Gott vor die Automatisierung das Operationenverständnis gestellt hat, kann ich immer wieder und von Herzen das tolle Multiplikationsmaterial von Bettina Rordorf empfehlen. Es dauert ein bisschen, bis alles erstellt ist – aber es lohnt!

Auch lohnend: sich mal wieder näher mit dem Zehnerübergang zu beschäftigen. Herr Gaidoschik hat ein tolles, sehr praxisorientiertes Buch über Rechenschwäche geschrieben, auf dieser Seite findet ihr online seine schlauen Gedanken zum Rechnen über den Zehner.

Und noch´n Gedicht: Heinz Rühmann liest Kästners famoses Märzgedicht.

PS: Alles total unbezahlte, freiwillige Reklame

„Das ist meine Vision, die mich antrieb…“ Edeltraud Koschay schreibt über ihr Rostocker Lese-Rechtschreib-Trainingsprogramm

Ich hab Euch schon immer mal ein Stückchen erzählt von meinem Kennenlernen, Näherkennenlernen, Rantasten, Ausprobieren des RoLeR- Trainingsprogramms. Ich frickele und frackele mir Dinge aus dem Basis-Training zusammen, die für meine SchülerInnen passen könnten und gebe sie als besondere Würze der Suppe zu, die wir da „(Sonder)pädagogische Förderung“ nennen. (Ein wirklich blöder Name für eine Suppe, nebenbei bemerkt.)

Ich werde der Komplexität des RoLeR jedoch in keiner Weise gerecht, wenn ich euch ständig nur erzähle, dass die Kinder Silbenkarate lieben und wie ihnen „Blitzer“ das Lesen erleichtern. Darum schreibe heute nicht ich weiter, sondern überlasse das Feld Frau Koschay, der Autorin des RoLeR, die so freundlich war, meine Fragen zu beantworten:

 

  1. Bitte beschreiben Sie das RoLeR in drei Sätzen!

Das RoLeR (Rostocker Lese-Rechtschreib-Trainingsprogramm) 1 enthält einen linguistisch angelegten, lerntheoretisch gestützten, symptomorientiert aufgebauten und strategievermittelnd aufbereiteten Schriftsprachaufbau. In ihm stecken fünfzig Jahre Erfahrung im Umgang mit legasthenen Kindern und Jugendlichen (Kossow, Hoffmann, Koschay). Es eignet sich für den Einsatz sowohl in der (LRS-spezifischen) Förderung als auch zur Prävention von Schriftsprachschwierigkeiten im Grundschul- und im Sekundarbereich, insbesondere im inklusiven Unterricht.

  1. So ein mehrbändiges Werk schreibt man ja nicht einfach aus blauem Dunst heraus; erzählen Sie doch bitte den LeserInnen, was Sie in ihrem Berufsleben gemacht haben.

Nach meiner dreizehnjährigen Lehrtätigkeit in der Polytechnischen Oberschule (Deutsch und Russisch, 5.-10. Klasse) wechselte ich 1983 in die Klinikschule Rostock, die von Dr. Hans-Joachim Kossow geleitet wurde – mit Frau Heidemarie Hoffmann an seiner Seite.

Kossow hatte diese besondere Schule 1965 gegründet. Er entwickelte hier seine LRS-Therapie 2, 3 die richtungsweisend wurde für danach entstandene Förderprogramme, z.B. Kieler Leseaufbau 4, das Programm von Reuter-Liehr 5. (Hier entwickelte er zusammen mit Frau Heidemarie Hoffmann noch zwei weitere effiziente Therapien: Wahrnehmungstraining 6, Denktraining 7.)

Über einen Zeitraum von 25 Jahren unterrichtete ich in dieser besonderen Schule das Fach Deutsch und war auf dem Gebiet der LRS in der Therapie, Beratung und Diagnostik sowie Forschung und Weiterbildung von Lehrern tätig. (Neben meiner Tätigkeit absolvierte ich die Ausbildung zum Sonderschullehrer und zum LRS-Lehrer.)

Im LRS-Förderunterricht betreute ich Kinder und Jugendliche (bis zur Abiturstufe) mit extremen Problemen beim Erlernen der Schriftsprache. Sie zeigten mir in ihren Schwierigkeiten, welche Hilfe sie benötigten. Ich entwickelte mit ihnen und für sie Strategien, die sich in der Praxis bewährten. In dieser spezifischen Arbeit entstand eine umfangreiche Materialsammlung, die ich Silben-Stämme-Stolperstellen nannte – zunächst gedacht als zusätzliche Arbeitsblätter zur Kossow-Therapie, doch daraus wurde mehr, wie sich später bei der Aufbereitung zur Veröffentlichung herausstellte.

Nach Beendigung meiner beruflichen Tätigkeit sichtete und ordnete ich meine Materialien und gab sie unter dem Titel Silben-Stämme-Stolperstellen 1 in unserer gemeinsamen Heftreihe im Eigenverlag heraus. Schon nach der Veröffentlichung der beiden Basishefte bemerkte ich, dass ein komplettes Förderprogramm im Entstehen begriffen war, das den sprachstrukturellen Ansatz der Kossow-Therapie nicht nur bewahrte und ausbaute, sondern ihn auch auf alle Schriftsprachebenen erweiterte. Ich wollte dieses Programm verorten mit Rostock und dabei meine beiden Lehrmeister, Kossow und Hoffmann, mit einbeziehen, deshalb erhielten meine Materialien fortan den Arbeitstitel RoLeR-Trainingsprogramm 1.

Meine langjährigen Erfahrungen gebe ich auch heute noch in Fort- und Weiterbildungen im In- und Ausland weiter.

  1. Sie beschreiben ihren Ansatz u.a. als linguistisch – was ist in diesem Fall damit gemeint?

Der sprachwissenschaftliche Fachbegriff „Linguistik“ hat die Wurzel in „lingua“ = lat.: Sprache, Zunge 8. Nun ist das RoLeR-Trainingsprogramm keine fachwissenschaftliche Abhandlung zur Darstellung von Gesetzmäßigkeiten der gesprochenen und der geschriebenen Sprache. Es geht mir darum, den Lernenden / Lehrenden den Schriftsprachaufbau transparent, damit nachvollziehbar und praktisch umsetzbar zu machen – auf allen Schriftsprachebenen.

Zur linguistischen Betrachtung der Schriftsprache gehört die Einbindung der Lautbildung in das Erlernen der Phonem-Graphem-Assoziationen. Im RoLeR ist die Lautbildung mit Lautbildern und gut verständlichen Beschreibungen eingearbeitet, wobei auf Ähnlichkeiten und insbesondere auf Unterschiedlichkeiten bei Phonemen und Graphemen unter auditiv-phonematischem und visuell-graphematischem Aspekt hingewiesen wird. Und dazu werden entsprechende Übungen angeboten.

Vor allem aber sind es Kodierungen der Schriftsprache, die Gegenstand der Linguistik sind. Dies sind Schriftsprachstrukturen (ich bezeichne sie als „Baupläne der Schriftsprache“), die Phonem-Graphem-Korrespondenzen sowie morphematisch-orthografische und syntaktische Regularitäten verdeutlichen. Im RoLeR erlernen und entdecken die Schüler die Baupläne der Schriftsprache und setzen diese im Lese-Schreibprozess um. Diese Baupläne werden sukzessive, dabei aufeinander aufbauend erarbeitet und fest miteinander verzahnt. Deren rasches Erfassen (beim Lesen) und Umsetzen (beim Schreiben) wird regelrecht „trainiert“ – unter Nutzung des sich erweiternden innersprachlichen Lexikons, sodass Rekodierungen / Dekodierungen und Kodierungen immer besser und schneller erfolgen können.

Die Baupläne der Wörter hängen alle mit einem ganz entscheidenden Faktor zusammen, mit der Vokalquantität (Vokallänge/Vokalkürze). Diese wird im RoLeR – wie schon in der Kossow-Therapie – von Beginn an in die Arbeit einbezogen. Sie ist explizit herausgearbeitet und wird ganzheitlich, d.h. mit allen Sinnen – gestützt durch Körpermotorik – aufgenommen, und der Umgang mit ihr wird trainiert. Dabei unterstützen praxiswirksame, von den Kindern geliebte Strategien die Entwicklung bzw. Festigung dieses phonologischen Sprachgefühls: Im „Basistraining“ sind es die Arbeit am „Grundschema-Wörter“, die „Lineal-Probe“, der „Silbenfahrstuhl“, die Arbeit mit dem Silben-„Blitzer“ (sie sind mehr als nur der Umgang mit dem Schwa-e), die zwei Schrittmacher-Strategien „Silben-Karate“ sowie „Visualisierte Pilotsprache“ und die Segmentierungsstrategie „Rostocker Lesehilfe“, die den Umgang mit der Vokalquantität erleichtern und festigen helfen.

Mit dem Wissen um die Bedeutung der Vokallänge/ Vokalkürze und mit Fertigkeiten in ihrem Umgang ausgerüstet, fällt es den Schülern dann im „Aufbautraining“ nicht schwer, die Strukturen auf der morphematischen Schriftsprachebene zu erfassen, wenn es um das Erkennen der Binnenstruktur von Wortstämmen, den drei „Stammkernstrukturen“, insbesondere des „Blitzers“ Signalgruppe, sowie weiterer Strukturen (auch in Verbindung mit der Wortgrammatik) und um das Einbeziehen von orthografischen Regularitäten geht.

Die Baupläne der Sätze stehen in enger Verbindung zur Grammatik. ImBasistraining“ begreifen die Schüler den Satz als semantische und grafische Einheit. Hier sind es die Baupläne „Grundschema-Sätze“, die „grobe Lesemelodie“ und die „einfache Wortgruppe mit Substantiv“ (bzw. Nomen), die ein festes Fundament für den weiteren Satzaufbau bilden. Im „Aufbautraining“ ist es die Satzgrammatik 9, die als entscheidende Stütze beim Erfassen von Zusammengehörigkeiten und Abhängigkeiten im Satz genutzt wird. Auf ihrer Basis werden Strategien zur Entwicklung der satzinternen Großschreibung, des sinnschrittgliedernden Lesens (einschließlich der feinen Lesemelodie) und der Kommasetzung herausgearbeitet und trainiert.

Kodierungs- und Rekodierungsmerkmale müssen gelehrt und geübt werden. Sie sind relativ einfach zu lernen, doch deshalb darf dieser Lernprozess nicht dem Selbstlauf überlassen werden. Ein Kind mit einem guten Sprachgefühl lernt das Lesen und Schreiben auch zu Hause am Küchentisch. Doch dies ist nur bei wenigen Kindern der Fall. Ich denke, es tut allen Kindern gut, wenn sie wissen, wie sich Schrift aufbaut. Und für Kinder mit Schwierigkeiten beim Schriftspracherwerb ist die Vermittlung eines systematischen Schriftaufbaus zwingend geboten!

  1. Gibt es schon Studien zur Wirksamkeit des RoLeR bzw. wissenschaftliche Theorien, die Ihre Ideen untermauern?

Das RoLeR-Trainingsprogramm gehört zu den evidenzbasierten LRS-Förderprogrammen.10 Das heißt, es enthält Komponenten, die nachweislich förderwirksam sind. (Die Kossow-Therapie zählt zu den evaluierten Programmen.)

Der linguistisch angelegte sprachstrukturelle Schriftsprachaufbau, wie er im RoLeR-Trainingsprogramm vorgenommen wurde, entspricht neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Als ich vor mehr als einem Jahr das Werk von Astrid Müller 11, Professorin der Uni Hamburg, las, stellte ich deutliche Parallelen fest zum RoLeR-Schriftsprachaufbau. Sie zeigt, erklärt und empfiehlt einen linguistisch basierten sprachstrukturellen Ansatz im Unterricht. Im RoLeR ist er bereits aufbereitet, sogar noch tiefer ansetzend.

Auch das Werk von drei namhaften Autorinnen 12, ebenfalls Professorinnen, unterstützt die linguistisch basierte sprachstrukturelle Unterrichtung des Schriftaufbaus.

Zur praktischen Umsetzung im Grundschul-Unterricht:

Das RoLeR ist seit drei Jahren Bestandteil des großflächig angelegten Kärntner Schulprojektes EVEU – ein veränderter Elementarunterricht 13, in das Erfahrungen / Strategien aus der LRS-Förderung in den Unterricht einfließen.

Und in der Kleeblattschule Ludwigsfelde gibt es ein Schulprojekt Das RoLeR-Trainingsprogramm im Regelunterricht ab Klasse 1 14. Bei Vergleichsüberprüfungen zeigten die Kinder in der Pilotklasse deutlich bessere Fertigkeiten in der Schriftsprache. Mittlerweile gehört der sprachstrukturelle Schriftaufbau aus dem RoLeR zum Grundprinzip des muttersprachlichen Unterrichts in dieser Einrichtung.

Zudem erhalte ich in vielen Feedbacks immer wieder die Bestätigung von Lehrkräften, wie erfolgreich und unkompliziert sie mit den RoLeR-Strategien arbeiten und wie motiviert die Kinder lernen. Auch der Wunsch nach Einbeziehung des RoLeRs in die Lehrerausbildung wird ausgesprochen.

  1. Werden wir mal ein bisschen praktischer: Eine junge Lehrerin, die eine erste Klasse übernimmt, kommt zu Ihnen und fragt, worauf sie im Deutschunterricht ganz besonders achten soll. Was raten Sie ihr?

Fast alle Erstklässler kommen mit Neugier und Freude zur Schule. Sie wollen endlich lesen, schreiben, rechnen lernen. Dies gilt es zu bewahren. Etliche Kinder können schon mit Buchstaben umgehen, doch leider gibt es immer mehr Schulanfänger, die zu Schulbeginn noch nicht die Voraussetzungen haben, um das Lesen und das Schreiben rasch zu erlernen, vor allem auch dann, wenn sprachliche Wahrnehmungsschwierigkeiten vorliegen.

Doch ein Lehrer kann nicht nur mit den schwachen Schülern arbeiten oder nur mit den starken. Lernen in der Klasse bedeutet, gemeinsame Grundlagen zu schaffen, darauf aufbauend kann dann mit differenziertem Angebot gearbeitet werden. Dies ist nicht einfach, vor allem im inklusiven Unterricht! Doch es ist machbar.

Kinder benötigen Freude und Erfolg beim Lernen! Beide Aspekte sind die stärksten Lern-Motivatoren. Mit den RoLeR-Strategien in der Basis ist das Schaffen von Erfolg nicht schwer. Vor allem das Zurückgehen auf die Vorläuferfähigkeitsstufe 15, 16, das mithilfe der Schematisierung erreicht wird, ist sehr hilfreich und bereitet den Kindern Freude, vor allem auch deshalb, weil alle Schüler mit ihren Umweltkenntnissen gut einbezogen werden können. Der Beginn mit der Schematisierung hat zudem noch weitere Vorteile… Doch es müssen die Eltern darauf vorbereitet werden. Sie werden zunächst keine Buchstaben in den Heften sehen, nur Zeichen. Wenn dann Buchstaben dazu kommen, geht es mit Riesenschritten vorwärts…

Hier noch ein wichtiger Hinweis:

RoLeR-Basis-Strategien lassen sich sehr gut und mit Erfolg schon in der ersten Klasse einsetzen. Doch das RoLeR-Trainingsprogramm ist keine Fibel! Deshalb sollte die Phonem-Graphem-Erarbeitung sowie Festigung einem Erstleseunterricht angepasst werden – mit Berücksichtigung der im RoLeR gegebenen Hinweise zur Lautbildung und zur phonematischen und visuellen Differenzierung (vgl. auch Punkt 3). Und sicherlich werden noch mehr Übungen auf silbischer Ebene notwendig sein. Dazu gibt es viele, Schulanfänger ansprechende Übungsmaterialien, die dabei Unterstützung geben können.

Doch der wichtigste Hinweis an die Lehrerin, auch wenn sie nicht Strategien aus dem RoLeR einbeziehen möchte: Bitte so früh wie möglich einen systematisch aufgebauten Lese-Rechtschreibaufbau anbieten!

  1. Zum Schluss: Was würden Sie gerne noch loswerden?

Das RoLeR-Trainingsprogramm ist in der spezifischen Förderung von jüngeren und älteren Schülern entstanden und bietet hierfür ein Konzept, das mit Erfolg – und rasch spürbar für das Kind – hilft, Schwierigkeiten abzubauen. Es ist also ein Interventionsprogramm, das beim Auftreten von Schwierigkeiten im Schriftspracherwerb eingesetzt werden kann.

Doch das RoLeR ist gleichzeitig auch ein PräventionsLEHRprogramm. Diesen Präventions-Gedanken hatte bereits mein Lehrmeister, Herr Dr. Kossow. Der sprachstrukturelle Aufbau mit den praxiswirksamen Strategien, die insbesondere den Umgang mit der Vokalquantität – der größten Hürde beim Erlernen der deutschen Schriftsprache – stabilisieren helfen, lässt sich erfolgreich in den Unterricht, und zwar auch schon ab Klasse 1, einbauen (s. Hinweise im Punkt 5). So können manche Schwierigkeiten verhindert bzw. deren Ausbildung gemildert werden. Die Schere geht nicht so rasch auseinander…

Bei einzelnen Schülern wird eine zusätzliche, vielleicht sogar auch professionelle Förderung notwendig sein. Doch bei einem sprachstrukturellen Aufbau, wie ihn das RoLeR bietet, muss kein neues System gelernt werden, sondern es kann auf dem Gelernten aufgebaut werden.

Das ist meine Vision, die mich antrieb, meine/ unsere Erfahrungen aufzuschreiben, und die mich immer noch motiviert, diese auch zehn Jahre nach dem Ausscheiden aus dem Berufsleben in Fortbildungen an andere weiterzugeben.

 

Weitere Informationen und Bestellmöglichkeiten unter edeltraud.koschay@freenet.de

Literaturverweise:

1 Koschay, E.: RoLeR-Trainingsprogramm. Weiterentwicklung der LRS-Therapie nach Kossow. Erschienen als „Silben-Stämme-Stolperstellen“ (2007-2014). Hefte 3, 5-10 in Heftreihe: Kompendium Zum Abbau von Schwierigkeiten beim Lesen und beim Rechtschreiben. Hrsg.: Behrndt, S.-M., Hoffmann, H., Koschay, E. Rostock/Greifswald: Eigenverlag.

2 Kossow, H.-J. (1977): Zur Therapie der Lese-Rechtschreibschwäche (5. Aufl.). Berlin: Verlag der Wissenschaften.

3 Kossow, H.-J. (1991): Leitfaden zur Bekämpfung der Lese-Rechtschreibschwäche (2. Aufl.). Übungsbuch und Kommentare. Berlin: Verlag der Wissenschaften.

4 Dummer- Smoch, L. & Hackethal, R. (1999): Kieler Leseaufbau. (5. überarb. Aufl.). Kiel: Veris-Verlag.

5 Reuter-Liehr C. (2008): Lautgetreue Lese-Rechtschreibförderung. Bochum: Winkler-Verlag.

6 Kossow, H.-J./ Hoffmann, H. (1999): Wahrnehmungstraining.: Bochum: Winkler-Verlag.

7 Kossow, H.-J./ Hoffmann, H. (2003): Denktraining. Bochum: Winkler-Verlag.

8 https://de.wikipedia.org/wiki/Sprachwissenschaft

9 Koschay, E. (2014): Die Satzgrammatik als Schlüssel zur Entwicklung einer Lese- und Rechtschreibkompetenz. in: Gerd Schulte-Körne (Hrsg.): Neue Methoden zur Diagnostik und Förderung. Kongressband zum 18. Legasthenie/Dyskalkulie-Kongress 2014. Bochum: Winkler Verlag.

10 Huemer, S. M. & Pointner, A. &, Landerl, K. (2009): Evidenzbasierte LRS-Förderung. Studie im Auftrage des österreichischen Bildungsministeriums: Bericht über die wissenschaftlich überprüfte Wirksamkeit von Programmen und Komponenten, die in der LRS-Förderung zum Einsatz kommen. http://www.schulpsychologie.at/fileadmin/user_upload/lrs_evidenzbasiert.pdf

11 Müller, A. (2010): Rechtschreiben lernen. Die Schriftstruktur entdecken – Grundlagen und Übungsvorschläge. Seelze: Klett-Kallmeyer. 

12 Bredel, U., Fuhrhop, N., Noack, Ch. (2011): Wie Kinder lesen und schreiben lernen. Tübingen: Francke Verlag.

13 Kittner, A. (2017): EVEU Modell-Beschreibung: https://www.sonderpaed.at/eveu/eveu-konzept/

14 https://www.kleeblatt-grundschule.de

15 Behrndt, S.-M./ Hoffmann, H. (2015, 4. erw. Aufl.): Förderansätze mit Beobachtungen auf den Lese-Entwicklungsstufen. Heft 1 in Heftreihe: Kompendium Zum Abbau von Schwierigkeiten beim Lesen und beim Rechtschreiben. Hrsg.: Behrndt, S.-M., Hoffmann, H., Koschay, E. Rostock/Greifswald: Eigenverlag.

16 Behrndt, S.-M./ Hoffmann, H. (2016, 3. erw. Aufl.): Förderansätze mit Beobachtungen auf den Rechtschreibentwicklungsstufen. erschienen in der o.a. Heftreihe. Heft 4 in Heftreihe: Kompendium Zum Abbau von Schwierigkeiten beim Lesen und beim Rechtschreiben. Hrsg.: Behrndt, S.-M., Hoffmann, H., Koschay, E. Rostock/Greifswald: Eigenverlag.

Fortbildungen zum Forthüpfen (inkl. Reklame für RoLeR-Fortbildungen)

Alter, ich war echt schon auf schlechten Fortbildungen: Spielefortbildungen, auf denen nicht gespielt wurde, Differenzierungsfortbildungen, die für weniger Differenzierung im Unterricht warben und Mathefortbildungen, die den Forschungsstand von etwa 1975 referierten.**

Und ich hatte wirklich schon ganz ungemein großartige Fortbildungen, aus denen ich schlauer, inspirierter und eben hüpfend herausging. Mit einer Idee davon, wie zu gehende Wege aussehen könnten.
Ein nicht unbedeutender Teil dieser Hüpf-Fortbildungen wurde geleitet von Menschen, die die 60 schon mehr oder weniger deutlich überschritten hatten. Die sich nicht mehr damit aufhalten mussten, ihren allerneuesten wissenschaftlichen Artikel zu bewerben oder sich vor irgendjemandem zu profilieren. Menschen, die in ihrem jahrzehntelangem Tun etwas entwickelt, weiterentwickelt, reflektiert, verändert hatten und die Essenz ihres Tuns und Denkens jetzt unprätentiös weitergaben.
Eine dieser Personen ist Edeltraud Koschay, die Autorin des Rostocker Lese-Rechtschreib-Trainingsprogramms (RoLeR), über das ich hier schonmal kurz schrieb.
Frau Koschays Fortbildungen, die ich besuchen durfte, waren anstrengend, kopffüllend und wahnwitzig inspirierend. Diese nicht mehr ganz junge ostdeutsche Dame sprudelt über voll Begeisterung für gute pädagogische Arbeit und dafür, nicht zu ruhen, bis jedem Kind mit Leserechtschreibproblemen geholfen wurde. Dafür gibt es bei ihr nicht DEN einen Weg (schon das finde ich ja derbe sympathisch) – manches Kind profitiert vielleicht von der Linealprobe, ein anderes braucht laaange Übungen mit Silbenkarate, um Lang- und Kurzvokal zu unterscheiden. Lang- und Kurzvokal sind ein ganz wichtiger Punkt im Basistraining des RoLeR, ebenso dem Kind  den Aufbau von Wörtern (und Sätzen) zu verdeutlichen. Die Arbeit im Basistraining erfolgt auf Silben- und Signalgruppenebene; letztere heißen dort „Blitzer“ und ich bin für die Übungen dazu so dermaßen dankbar. Es erhöht die Chance für sinnverstehendes Lese einfach ganz ungemein, wenn J., der vor dem Lesen auf „Blitzersuche“ ging, nun nicht mehr findeeeen oder Eeeeente liest.

Das muss Euch erstmal als Einblick genügen, mehr gibt´s im Dezember  Januar: ich werde ein Mailinterview mit Frau Koschay führen und es dann hier veröffentlichen. Habt ihr auch Fragen? Dann immer her damit!

Noch mehr Ein- und Durchblicke gibt´s sogar live und für umme: ihr könnt im Rahmen der Winterakademie Mecklenburg-Vorpommern (5.-7.2.) an (bis zu) drei Tagen Fortbildungen von Frau Koschay besuchen. Ich selbst werde ebenfalls versuchen, für einen der Tage fortbildungsfrei zu bekommen. Falls jemand sich auf den Weg nach Rostock macht: meldet euch doch, vielleicht treffen wir uns auf einen Kaffee?*

 

P.S.: Ich mache hier höchst freiwillig und unbezahlt Reklame fürs RoLeR – einfach weil ich finde, es sollte bekannter sein.

*hattifnattenblog@googlemailcom

 

12 von 12: mit Husten, Essbarem und ein wenig Arbeit

Die Nacht war hustig und doof.

Ich habe vergessen, Käse zu kaufen. Aber es gibt Aprikosenmarmelade, sehr birnige Birne und Croissants.

Auf ins Arbeitszimmer. Wochenpläne für Grundschulkinder werden gestrickt…

…Weihnachtslieder herausgesucht und geübt…

…und vor einiger Zeit laminiertes Material (von hier ) zu den Malreihen wird endlich mal zerschnitten. Dazu kann ich die aktuelle Outlanderfolge gucken, hach! 

Eh sämtliche Motivation nachlässt: auf in die Küche. 

Erst entrümpele ich die Gewürzschublade,

 

dann rühre ich ulkig guckenden Vorteig zusammen. Der darf jetzt 3 Tage in den Kühlschrank. 

Der Gatte sagt, dass es möglicherweise wohltäte, das warme Haus zugunsten des kalten windigen Dadraussens zu verlassen. Wir stapfen eine Stunde durch die matschige Natur, was wirklich wohltut. Das Hääändy blieb im Warmen, darum hier Drinnenherbstliches

Nun: Sofa, Tee, Kuchen! 

Das Sonntagsbuch ist ein wirklich ganz grandioser Comic

Das lese ich jetzt noch zu Ende. Dann bringe ich den Husten durch krasse medizinische Maßnahmen zum Erliegen

und freue mich auf ein Telefondate mit einer lieben Freundin. 

Habt einen guten Sonntag und zieht eure Novembererkältungsschutzausrüstungen an! 

Weitere 12 Bilder vom 12. findet ihr bei Draußen nur Kännchen

Links im November

Der erste Links sei stets eine Süßwarenlink: heute führt er zu wirklich ganz ungemein famosen Ahornsirupkeksen.

Aber ihr wollt nicht nur Kekse, ihr wollt auch Schulisches, wollt ihr nicht?

Die „Lesen mit Lisa/Schreiben mit Lisa“-Reihe, die ich eh schon gut finde, wurde um „Trainieren mit Lisa“ (Ich hab bisher nur Band 1) erweitert. Gut zu benutzen für das relativ selbständige Arbeiten des Kindes, langsame Progression, es wird intensiv am (lautgetreuen) Wortmaterial gearbeitet.

Apropos Deutsch: Herr(n) Emrich macht sich Gedanken zu oft anzutreffenden Übungen in „Buchstabenwegen“ und ich teile seine Bedenken.

Ich finde es – neben einer starken Fokussierung auf die phonologische Bewusstheit –   sehr, sehr wichtig schon so früh wie möglich den Leseprozess zu thematisieren – und eben zu lesen. Sehr schön geht das beispielsweise mit den monsterhaften Quatschnamen aus der Ideenreise – Pseudowörter lesen mit viel Spaß. Oder mit Ideen aus den RoLeR-Heften der sagenhaften Frau Koschay***, die Lesen und Schreiben von Anfang an verbindet.

Landauf, landab werden gerade Zahlenräume erweitert, ich bin da ja eine grosse Freundin der Mehrsystemblöcke (Zehnerstangen, Hunderterplatten etc.); um damit etwas am Smartboard zu zeigen, nutze ich diese amerikanische Seite.

Wenn mir mein eigener Unterricht gerade nicht gefällt (heute zum Beispiel), träum ich mich in Marions „Weltreise“-Einheit. Großartig.

Habt einen sanften November, kocht euch Kakao, esst dieses indische Dal und seid gut zueinander.

 

 

 

***Nachdem ich es mir so ca. 10 Jahre vorgenommen hatte, war ich endlich auf zwei Fortbildungen zum RoLeR-Trainingsprogramm bei Frau Koschay. Da geht frau beflügelt raus, muss ich unbedingt mal drüber schreiben.

P.S.: Alle Werbung erfolgte höchst freiwillig, unbezahlt und ohne irgendeine Kooperation.