…und nachmittags frei. Tagebuchbloggen am 28.09.

„Sie erreichen mich telefonisch am besten ab halb 5“, teile ich der neuen Familienhilfe mit. Sie kommentiert freundlich, dass auch sie gerne einmal einen Mittagsschlaf halte und mich selbstverständlich nicht vorher anrufen würde. Ich verrate nicht, dass ich mitnichten zu Mittag schlafe*, sondern üblicherweise einfach nicht vorher zu Hause bin.

Außer Freitag. Übermorgen ist Freitag, das freut mich. Mitnichten, weil die Woche so schrecklich gewesen wäre. Bin bloß so dermaßen, unglaublich, möglicherweisesollteichtatsächlichmalekelerregendeEnergydrinkskaufen-müde. Anstrengend sowas Neues, anstrengend, „Fachkraft“ für emotionalen und sozialen Förderbedarf zu sein, sich nicht stets besonders fachkraftig zu fühlen, mit Menschen im Rücken die sich – berechtigterweise – wünschen, dass bestimmte Verhaltensweisen bei Kindern schnellschnellschnell verschwinden. Was nicht so in der Natur gewachsener Verhaltensweisen liegt.

Anstrengend, Wege zu finden , innere und äußere (heute erstmals im Klotz neue Klasse auf Anhieb gefunden!). Wohltuend, trotzdem froh zu sein (meistens).

Weil in Norddeutschland das Wetter seit heute laut „Herbst“ sagt, hier jahreszeitlich passendes Liedgut

 

*Wenn ich das tu, dann kann mein Gehürn am selben tag keine annäherend zu Arbeitszwecken ausreichenden Leistungen erbringen. Ich bevorzuge es, mich zur Winterruhe ab November in meinen Kobel zurück zu ziehen. By the way: Wusstet ihr schon, dass Siebenschläfer acht Monate Winterschlaf halten! Vorbildhaft!

Menschheit, iss Erdnusssoße!

Da kommen nämlich drei S hintereinander vor, das sieht lustig aus (und nebenbei schmeckt es super).

Mir war danach euch mitzuteilen, dass es mir echt schonmal deutlich schlechter ging, ich zwar ständig grässliche müde bin, verzagt aber nur höchst zeitweilig. Ich esse wieder deutlich mehr Dinge als noch vor einer Woche, gehe fröhlich (und weiterhin aufgeregt) zur Schule, unterrichte, freue mich, erkläre, bespreche, zweifele, bereue, revidiere, protokolliere, lächle, recherchiere, jammere, unterhalte mich und fahre irgendwann am späten Nachmittag nach Hause. Dort tu ich das, was alle Lehrer nachschulisch tun: ich trinke Kaffee, esse Riffeltomatenkäsebrot und bestelle Bücher.

Später koche ich Dinge. Sehr befriedigendes Essen, egal ob bei Euch gerade noch Sommerherbst oder schon Herbstherbst ist: die bereits erwähnte Erdnusssoße mit Kram anbei.

Ich sach schon jetzt: in Mengenangaben bin ich skandalös schlecht. Meine Kochphilosophie beruht auf der Maßeinheit „so viel, dass es halt gut schmeckt“, ich werde aber stets bemüht sein, für Euch zu konkreteren Mengenangaben zu kommen. Also los.

Zutaten (in Order of Appearance)

1 TL Hühnerbrühe

1 fingerdicke Scheibe Ingwer (oder mehr)

1 Scheibe ungespritzte Zitrone mit Schale

1/2 Knoblauchzehe

100ml Kokosmilch (optional)

3 ordentliche EL  Erdnussmus (ohne Crunch)

Sojasoße

Chilipulver

 

Hühnerbrühe, Ingwer, Knofi, Zitronenscheibe zusammen mit etwas 300ml Wasser aufkochen und ca 10 Minuten köcheln lassen. Erdnussmus und Kokosmilch dazu, alles pürieren. Haltstopp! Freunde eines zarten Geschmacks nehmen die Zitronenscheibe und vielleicht sogar den Ingwer vor dem Pürieren raus. Ich mag Ingwer sehr und nehme deshalb sogar mehr als angegeben, die pürierte Zitronenscheibe macht das ganze leicht zitronig*-bitterlich. Ich find das super, der Gatte weniger.

Wie auch immer ihr euch entschieden habt, könnt ihr jetzt mit Sojasoße und etwas Chili  abschmecken und das ganze vielleicht noch ein bisschen einköcheln lassen.

Bei uns gibt´s dazu Basmatireis und Gemüse (Möhre, Fenchel, Broccoli, Paprika) ausm Dampfgarer**.

Gutes Essen! Probiert mal!

 

Ein wunderbares Wochenende wünscht Euch

die Hattifnatte

 

*Das hättet ihr nicht erwartet, wa?🙂

**Dampfgarer sind toll, toll, toll! Geht aber natürlich auch mit gebratenem, gedünstetem gesonstwastigem Gemüse

 

 

 

 

 

 

 

Was anders ist

Am Montagheulnachmittag fühlte ich mich in alte Zeiten zurück getriggert.

Jetzt bin ich vier Tage klüger, ein Gürtelloch leichter*, reicher um das ein oder andere zaghafte Dramaqueenlächeln, kollegenfreundlichkeitsumringt, selbstzweifelwegschubsend – und sehr müde.

Der Tag heute war gar nicht schlecht, eigentlich sogar gut. Es werden nicht alle Tage so sein. Nicht nächste, nicht übernächste Woche, nicht im November.** Dass mir das keine wenig Angst macht: es ist wohl eine dieser Sachen, die anders sind.

 

*Ja, aufregung schlägt bei mir wirklich auf den Appetit. Sehr.
**Natürlich nicht im November, das ist nun wirklich ein ganz beknackter Monat

Es wird ein Weg werden

Essen ist wichtig.

Für mich sogar: derbe. So also vorm ersten Schultag Box mit drei selbstgebackenen Sauerteigbrötchen, leckerst belegt, mitgehabt. Flankiert von Birnenbox und Käsekästchen.

Kurz bei den Wilden Kerlen reingeschaut. Wirkten guten Mutes, sind schon wieder gewachsen, erste Stimmbruchkrächzereien bemerkbar. Dann schnell: rüber zum Klotz, Flexklasse kennenlernen – Alter, huihuihui.
Nach Tag – obgleich er furchtbarer hätte sein können – zu Hause geweint. Bemerkt, dass das wirklich lange nicht mehr vorgekommen ist. Noch ein bisschen geweint. Besonnen. Was gegessen (ja, alle Boxen waren noch komplett gefüllt).

Umarmen lassen vom Gatten. Nürnberger gegessen. Nochmal umarmen lassen vom Gatten. Kraft gesammelt. Letzten Blogeintrag gelesen und genickt. Schokolade gegessen.

Neuen Tag begonnen. Mit guten und mit schlechten Momenten. Zwischendurch gelacht. Zwischendurch „ein jeder Tag hat seine eigene Plage“ gedacht. Zwischendurch die Wärme des Unterrichtens gespürt. Zu viel Kaffee getrunken, etwas Schokolade gegessen.

Es wird werden. Es wird ein Weg werden.

Um weniger zu weinen. Und um weniger Schokolade zu essen

Dieser kleine Blog ist heute fünf Jahre alt geworden. Begonnen nach einem seelendurchmangelnden Berufsanfänger-Schuljahr – anschreiben gegen das ständige Gefühl des Nichtgenugseins war das. Irgendwann stand mal in der Selbstbeschreibung, ich würde bloggen „…um weniger zu weinen. Und um weniger Schokolade zu essen“,*. So war das, damals. Krasse Zeiten, vergangene Zeiten.

Auch heute hat der Selbstzweifel als solcher noch einen hübschen Logenplatz in meinem Hirntheater. Aber ich habe gelernt – was ich tatsächlich richtig gut kann, was ich nicht wichtig nehmen muss. Und dass auf Regen tatsächlich erstaunlich häufig Sonne folgt. 

Der neue Anfang im Klotz** steht mir bevor. Es wird anstrengend werden, fordernd – und manchmal schön. Ich werde fluchen, bloggen – und sicher viel Schokolade essen. Ich mag Schokolade.

Danke fürs Lesen und Dasein.

Von Herzen

H.
P.S.: Für die hysterisch interessierten unter Euch: das war der erste Blogartikel

*Im Grunde hab ich den erst gelöscht, als ich vom Satz “ Ich habe Sorgen, Nöte und manchmal Wut; und eine Getreidemühle.“ träumte – ja in echt, ich Huhn.ich.

**die neue, arg grosse Bonusschule

Stundenplanpanik (und eine wirklich großartige Spielesammlung) – Tagebuchbloggen am 31.8.

Wider erwarten bekam ich schon heute eine freundliche Mail, die mir meinen Stundenplan mitbrachte. In der Förderschule bin ich noch für Mathe und den Klassenrat bei den wilden Kerlen zuständig und für Musik weiterhin in allen Klassen.

An der neuen äusserst, äusserst, äusserst großen Schule (nennen wir sie das Riesending den Klotz) verbringe ich nunmehr einen Großteil meiner Zeit und zwar in zwei ersten Klasse im Rahmen der Prävention (hatte ich mit gewünscht. Heißa!) und in einer achten Flex-Klasse* mit Mathe. Umblgrumblhumbl….ich finde das durchaus interessant und spannend und hab sogar Lust drauf. Aber auch Schiss, Alter, dolle. Wisst ihr, wann ich das letzte Mal mit so dermaßen großen Kindern (außerhalb des Musikunterrichtes) gearbeitet habe? Nein? Ich auch kaum mehr. Ich war auf jeden Fall noch unter 30.

Ich lasse mir jetzt in regelmäßigen Abständen von Freundinnen „Du bist so kompetent, toll, fähig, schlau, resilient undwasweißichnochfürtollesZeug“ sagen und suche Mathdinge zusammen, die ich fast vergessen hatte. Natürlich werde ich auch wieder unmäßige Summen ausgeben – wer einen Tipp zu Mathe/Verhaltens/Methodenliteratur für „die Großen“ hat: bitte her damit.

Dafür geb ich euch jetzt auch nen ganz feschen Link. Kennt noch jemand die grandiose Spielshow „Die perfekte Minute“? Dort mussten Kandidaten z.T. herrlich blödsinnige Aufgaben mit Alltagsgegenständen innerhalb von einer Minute lösen. Sowas zum Beispiel

Das ein- oder andere davon hab ich schon mit den wilden Kerlen ausprobiert und bin stets auf große Begeisterung gestoßen. Nun hat eine Person, der man nicht dankbar genug sein kann, ALLE dort vorkommenden Spiele hier aufgelistet und erklärt.** Toll!

Zittrige Grüße sendet Euch die Hattifnatte

 

*Flex-Klassen sind gedacht für leistungsstarke Förderschüler und leistungsschwache Hauptschüler. In zwei bzw. drei Jahren wird dort auf den Hauptschulabschluss (ja, der heißt jetzt anders) hingearbeitet.

**Dazu noch ein paar von „Schlag den Raab“

And the winner is…

Erstmal ganz herzlichen Dank an alle Damen, die mich mit so herrlichem Wortmaterial versorgt haben. Es ist mir eine Freude, und der Plan sah eigentlich vor, im Gewinnerauslosepost alle zu verwenden. Allein: Es ist 7:35h und das Hürn arbeitet noch nicht befriedigend.

Deshalb wird hier jetzt weder lammeliert (was für ein lautmalerisch-fantastisches Wort), noch conchiert oder gar gefeudelt. Es wird gelost. Jeder, der mindestens ein Wort beigesteuert hat, ist dabei, niemand doppelt. Die Kaffeetassenhattifnatten wachen darüber, dass alles grundehrlich zugeht.

wp-1472622474079.jpgAugen zu, in Losen rumgewühlt, gezogen. Und zwar:

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Liebe Frau M.ond, bitte melden Sie sich unter Hattifnattenblog“ääät“googlemail.com um den Gewinn einzufordern.🙂