Reklame für lustige Dinge: das Hue Animation Studio

Ab und an bekomm ich ulkige Emails: „Wir haben ihren interessanten Blog gelesen und glauben, dass unser neues Altgriechischlehrbuch genau das richtige für sie und ihre Schüler ist.“ Nun.

Seltener bekomm ich Mails wie die von HUE, bei der ich tatsächlich das Gefühl hatte, man hat zuvor Blogartikel von mir gelesen hat. Und wenn es dann auch noch um technische Spielereien geht, dann haben die mich halt und ich mach meine erste „Blogkooperation“. Heißt: nette Menschen haben mir das HUE Animation Studio kostenlos geschickt und ich schreib drüber. Wobei mir freisteht, das scheiße zu finden. Find ich aber nicht. Ist lustig – finde ich, finden die Schüler.

Das Ding verspricht, ganz einfach kleine Animationsfilmchen aus einzelnen Bildern zusammensetzen zu können inkl. lustiger Effekte.  Das verspricht es allerdings auf englisch, was meine SchülerInnen zum Glück sehr viel weniger irritiert hat, als ich befürchtet hatte. Ich habe ihnen eine frontale Schnellanleitung gegeben*, den Rest haben sie durch ausprobieren bzw. Googleübersetzung problemlos hinbekommen. Wir haben die Kamera und Software bisher einmal als Kleingruppe genutzt, es wurden Kurzfilmchen zu Brüchen gedreht, als grobes Vorbild diente uns dafür dieses Video. Für das (und für weitere) gibt es im beiliegenden „Book of Animation“genaue technische Anleitungen. Sehr gut und verständlich gemacht, auch mit meinem sehr mäßigen Englisch.

Die Filme der Schüler kann ich euch hier leider nicht zeigen, da sind sie drauf und man hört sie „Noch ein Vierrrrrtel!“ und ähnliches sagen.

Es ist so, dass man das HUE Animation Studio sicher nicht braucht, um guten Unterricht zu machen. Ich finde es aber eine sehr nette, gut gemachte, wohl aufbereitete technische Spielerei, die auf meine SchülerInnen (14/15 Jahre, Flex-Klasse) höchst motivierend wirkte.

Ich werde es im Frühjahr mal für Verklanglichungen bzw. Programmmusik im Musikunterricht einsetzen und kann es mir auch für Vorgangsbeschreibungen und mehr bestens vorstellen.

P.S.: Kaufen kann man das Teilchen für rund 60€ zum Beispiel bei Amazon, diverse Anregungen gibt´s im youtube-Kanal von HUE

* Die Schnellanleitung gibt´s auf der Internetseite auch auf Deutsch

Come as you are – Jahresrückblicksfragebogen 2016

Ich mag, verehre, liiiebe Jahresrückblicke, insbesondere die peinlichen der privaten Sender, natürlich. Ich liebe Fragebögen – lesen nochmehr als ausfüllen. Aber da Silvestertagsüber so ein Rumdrömeltag ist und der Mann sowieso noch verschnupft im Bett verblieb, versuch ich mich auch mal dran.*

 

Zugenommen oder abgenommen?

Meine Waage steht aufm Dachboden. Im September bin ich zwischendurch mal recht klapperig gewesen – der Klotzanfang, Sie erinnern sich?! – das war aber schnell wieder drauf. Mein Gewicht schwankt so zwischen „Hose sitzt gut“ und „Hose kneift ein bisschen“. Das ist okay so.

Haare länger oder kürzer?

Kürzer, deutlich. Doof nach dem Mützeausziehen – sonst gut.

Mehr ausgegeben oder weniger?

Vermutlich mehr.  In London gewesen. Viele Fachbücher, Bücher und Klamotten einfach so zwischendurch gekauft. Das ist Luxus, ich genieße das.

Mehr bewegt oder weniger?

Nun. *Hüstel*. Ich sollte wirklich dringend mal wieder Sport machen, schon für den Rücken (aber Sport ist doof und langweilig, echtjetztmal. Und komm mir jetzt keine mit Yoga. Auch doof und langweilig).

Der hirnrissigste Plan?

Alle Zeugnisse an einem Wochenende schreiben (müssen). Uargh uurgh uärgh. Ich bin keine Sprinterin in diesen Dingen, nein, wirklich nicht.

Die gefährlichste Unternehmung?

Ich bin so langweilig, ich mach nix Gefährliches. Außer Pausenaufsichten im Winter, natürlich.

Die teuerste Anschaffung?

Ein Bett und neue Matratzen. Ich kann gerade zu letzterem nur raten. Schlafen ist gut, schlafen ist wichtig, Winterruhe für alle –  ihr wisst schon.

Das leckerste Essen?

Überrraschenderweise: Maismatsch. Um genau zu sein: Maismatsch in Maisblatt gegart mit diversen Gewürzen, „Humita“ heißt das. Gegessen im Gaucho in London (Als Beilage zum Fleisch; das war auch gut, aber die Humita war ein Erlebnis).

Ferner: das (den?) Hummus aus Ottolenghis „Jerusalem“-Kochbuch. Ja, da muss wirklich so viel Salz rein. Ja, da muss wirklich dermaßen viel Tahini rein (ich nehm das gute, teure von Rapunzel. Es lohnt). Das ist so gut, wir haben uns im Sommer davon ernährt.

Das beeindruckendste Buch?

Fachbuch:

Dass die wilden Kerle ihre ersten Schritte in die Welt der Zahlen und Operationen gemacht haben, ist ne Weile her. Ich hab mir also vor dem Start mit den beiden ersten Klassen im Klotz ein bisschen Wissen wiedergeholt und einiges neu gelernt. Am besten gelungen ist das mit dem Buch von Herrn Gaidoschik: „Rechenschwäche verstehen – Kinder gezielt fördern“. Der Mensch kann schreiben, der Mensch hat das Buch wohlstrukturiert und beschreibt sehr verständlich, ohne doof zu vereinfachen. Ich habe das Buch schon etwa 12.345 Kolleginnen empfohlen und empfehle es jetzt auch Euch. Sehr.

Sachbuch:

Ich lese seit längerem Mareice Kaisers Blog, das Kaiserinnenreich. Über das Leben mit ihrer schwer behinderten Tochter hat sie dieses Jahr ein unglaublich tolles, bewegendes, sehr wichtiges Buch geschrieben: Alles inklusive.

Roman

Ich habe viele Schnulzen gelesen in diesem Jahr und wenig „Bedeutsames“. Völlig überrascht hat mich „Aschenkindel“, das ich mir eher zufällig an einem faulen Sonntag auf den Kindle lud.

Der ergreifendste Film?

Im Kino war´s dieses Jahr oft nett und schön, am meisten gefesselt hat mich aber eine Serie: „Kudamm ´56″

Die beste CD? Der beste Download?

Das ganze Jahr ständig alte (Cohen!), mittelalte (Kettcar) und uralte Musik (Bach) gehört, kurz vor Weihnachten Maria Taylor entdeckt und sehr angetan gewesen.

Die meiste Zeit verbracht mit …?

Arbeiten und lesen. Could be worse.

Die schönste Zeit verbracht mit …?

dem Gatten.

Vorherrschendes Gefühl 2016?

Mut tut gut.

2016 zum ersten Mal getan?

Überlegt, ob ich – bezogen auf die politische Lage der Welt – vielleicht doch mal den Optimismus verlieren sollte.

Mir zum Geburtstag Spenden gewünscht.

Mich auf großen, öffentlichen Plätzen unwohl gefühlt.

Tonkabohnen besessen.

2016 nach langer Zeit wieder getan?

An einer neuen Schule angefangen. Oh, war das klug!

Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können?

Selbstzweifel

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?

Der Text für meine Mutter.

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?

Dasein, was auch immer werden und sein mag.

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?

„Es ist so schön, dich an unserer Schule zu haben!“

2016 war mit einem Wort …?

aufregend

 

*Dieser ist geklaut von Anke Gröner. sie füllt ihn seit 2003 jährlich aus – sehr interessant zu lesen!

Damit ich es nicht vergesse, dieses Gefühl

Die von mir in hohem Maße vereehrte Anke Gröner nutzt ihr Blog ab und an als Rezeptschnellwiederfindenablagestelle.
Ich nutze mein Blog abundan als Gutedingeschnellwiederfindenablagestelle. so Frederikmäßig – nur ohne die hübschen Bilder. Und ohne eine Maus zu sein. Wenn schon Tier, dann hab ich winters Hörnchentendenzen.

Heute wurde – nach Zaudern, Haareraufen, Lindor-Diät, viel geknülltem Papier, Freundesinspiration, Probearbeit, Zweifeln und Technikausfällen mein erstes eigenes Theaterstück von den wilden Kerlen auf die Bühne gebracht.

Das Publikum hat an den richtigen Stellen gelacht und an den richtigen Stellen Tränchen weggetupft. Meine eigenen sind verdampft im Applaus. Alter, solche Tage!

Ein Herzchen für die Vertretungszeit

Der Klotz hustet, der Klotz schnieft, der Klotz röchelt und hat unschönen Auswurf. Wird der arg grün, bleibt die engagierte Klotzkollegin als solche – klugerweise – zu Hause.
Hattifnattenseits ist man mit Erkältungskram schon durch und macht dann halt Vertretung in bekannten und fremden Klassen.
Wohl denen, die eine Gitarre und das Helbling Weihnachtsliederbuch* dabei haben und wissen, dass mindestens ein Mädchen in jeder Klasse Lena und ein Junge Tom heißen. Und Hohn und Spott über jene Hattifnatten, die plötzlich Lautgebärden in einer ersten Klasse benutzen, obwohl ebendiese erste Klasse ja ganz ohne arbeitet. Nun.

Heute aber: 4 Stunden Vertretung in unfremder Klasse, in der achten Flex nämlich. Ich kündige in der zweiten Stunde die stundenlange Hattifnattendauerschleife an und bekomme ein gönnerhaftes „Ach wissense, sooo schlimm sind sie ja nicht…!“
Sie machen so süße Komplimente, die lieblichen Pubertiere.

 

* Die gebe mir kein Geld, das ist wirklich gut.

Gutes und Wahres: AdventsLinks zu Dingen*

 

Die Nordmanntannen schießen aus dem Linoliumboden, in Schulen riecht es erfreulich oft nach Plätzchen und Meinhard Ansohn hat ein Weihnachtsliederbuch herausgebracht. Ich hab das natürlich sofort gekauft und finde es selbstverständlich formidabel. Lieder von ihm habe ich bisher mit Kindern zwischen 9 und 16 gesungen – und auch die hat es oft hineingesogen in die Lieder und ihre Themen  – er kann schon ein bisschen Zaubern, der Herr Ansohn.

Wenn ich nun, leise „Weihnacht ist auch für mich“ summend, durch den Klotz streife und mir etwa jemand ein Plätzchen anbietet*, muss ich nunmehr leider immer an diesen Text von Tillmann Rammstedt denken: „Die Welt geht vor die Hunde und Sie kommen hier an mit Makronen!“. Lest selbst, es lohnt.

Weil Plätzchen jetzt möglicherweise ungünstig sind, geb ich euch noch schnell dieses Lebkuchen-Kuchen-Rezept. Man braucht dafür fast nichts und es schmeckt wie diese schokoladenüberzogenen Rundlebkuchen in noch leckerer.

Habt es gut!

H.

 

** Ein durchaus realistisches Szenario!

*Ich behaupte jetzt nicht, das mit den Links würde was regelmäßiges. Immer, wenn ich das behaupte tritt nämlich mit sofortiger Wirkung eine richtig fiese Schreibblockade in Kraft und ich schreib nur noch sehr gerade Hauptsätze – das kann keine/r wollen.

 

 

 

Der „ein bisschen Kitsch schadet nie“-Adventskalender für Menschen mit Förderbedarf im Bereich Basteln

Ab und an überkommt es mich und ich nehme – wider besseren Wissens- den Bastelkleber zur Hand und harre der Dinge die da kommen. Die Dinge sehen dann doch am Ende äußerst danach aus, als hätten meine nicht vorhandenen Kinder daran maßgeblich mitgewirkt.

Beim Erschaffen eines neuen Adventskalenders für den Gatten hab ich deshalb wohlweislich auf Halbfertigprodukte zurück gegriffen und sie so zusammengepunzt, dass es – nun ja – anständig aussieht und noch genug Geld übrig ist, um gute Dinge für Innendrin zu besorgen.

Ich war bei Tiger und beim Depot (die mir beide für die Erwähnung ihrer Namen nix geschenkt haben) und habe erworben:

  • 1 Rolle Dekoband „Schneesterne“ (2m, 2€)
  • 1 Sternchenlocherdings (1€)
  • 24 Papiertütchen (in 6er Packs zu 1€)
  • Und vom Depot: Wäscheklammern mit Adventskalendernummern und possierlichen Bildchen (7,99€)

    Rechts oben in jedes Tütchen hab ich einen Stern gestanzt, das Schneesterneband in Stückchen (je 3 Schneesterne) geschnitten und mittig aufs Tütchen geklebt.

     Ich schwöre ja auf diesen „Wird beim Trocknen transparent“-Bastelkleber – aus Gründen. Wenn befüllt, wird schließlich die Wäscheklammer draufgeklippt.

    Ich finde das Ergebnis ja niedlich. Sagt jetzt nichts Falsches und habt einen schöne, lichtvolle, zwischendurch vielleicht sogar mal geruhsame Adventszeit.