Mittelstylisch bei kniender Tätigkeit

Über den heutigen Tag zu schreiben lohnt mal  gar nicht: erste Stunde eher furchtbar, da alle Kinder stark mit sich selbst beschäftigt, weitere Stunden okay bis erfrischend schön.

Daher heißt das heutige Thema: passende Hattifnattenkleidung im Kontext schulischer Systeme (Muminexkurs: echte Hattifnatten tragen ja eher so gar nichts als Leibe, das erscheint mir [für die Arbeit] doch etwas wenig).

Weil´s das so lange nicht gab, dazu mal wieder eine „kurze Vorgeschichte“: Die Kollegen meiner Referendariatschule waren kleidungsmäßig eher unangstrengt: Sauber, ordentlich, unzerissen- klar. Aber doch eher Jeans und Pulli als Stoffhose und Bluse. In meiner jetzigen Schule ziehen sich viele der Frauen außerordentlich schick an und weil ich aufgrund meines Alters, mangelnder Erfahrung, großer Kisten, lauter Instrumente und egalwasichmacheimmerunordentlicherLocken sowieso auffalle, versuche ich mich – in meinen Möglichkeiten- anzupassen.

Bei „in meinen Möglichkeiten“ spielt nicht nur eine Rolle, dass es bezeichnend ist, wenn der Liebste „Du hast dich geschminkt, ist heute irgendwas?!“ sagt, sondern auch, welche Herausforderungen meine Klamotten meistern müssen:

  • Dünne Leggins und Nylonstrumpfhosen verstehen sich gar nicht gut mit dem rauhen, grauen Teppich im Musikraum. Das müssen meine Beinkleider aber, weil musizieren bei mir – bis zu einem gewissen Alter – im Bodensitzkreis stattfindet. Allerelei Phasen in meiner eigenen Klasse ebenso.
  • Schuhe müssen zwingend renngegeignet sein: also fest am Fuß und nicht mehr als 5cm Absatz.
  • Kindertränen sollten nicht zu Durchsichtigkeit führen (Ja, es gab da mal ein Erlebnis. Ja, die Schüler haben mich darauf angesprochen), ebenso sollte der BH bei enger Kleidung unterfüttert sein: Kann sonst zu diskutierenden pubertätsalter-Schülerinnen bei der Pausenaufsicht führen (*wisperwisper* „Frau H. trägt bestimmt gar keinen BH!“)

Also kleide ich mich in Baumwollleggins und Kleidchen, weite blaue Lieblingsjeans, Fischgrathosen in zT experimentell anmutenden Farben, Pullunder, Leinenblusen und Unmengen schwarzer Pullover (nein, nicht gleichzeitig). Seit letztem Herbst hübsche ich gern mit langen Ketten herum – wenn ich mir jetzt noch die Haare Hennarot färbe, bin ich die Klischee-Sonderpädagogin aus dem ungeschriebenen Bilderbuch…

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2 Gedanken zu “Mittelstylisch bei kniender Tätigkeit

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