Auf die Gefahr hin, dass man mich für eine schlechte Lehrerin hält…

Ich hab keinen Bock mehr. Ich will Ferien. Mir graut es davor, morgen früh zum 250. mal im Advent Jonnie dabei zuzuhören, wie er verbal vor dem Unterricht seine „Böllers und Handgrananten zu Silvester“ Fantasien freilässt und wie die anderen J´s darauf einsteigen. Ich mag nicht mehr morgens um 7:15h lächeln und ausgeglichen erziehen, auch wenn „War doch nur Spaß“-Ernst mit der Fingerpistole auf mich und andere zielt. Ich mag mir keine Sachen für die letzten Tage ausdenken, die gleichzeitig weihnachtlich, besinnlich, spannend und lehrreich sind. Ich kann das Lied, das wir für die Schulweihnachtsfeier üben nicht mehr hören und habe das Gefühl kreischen zu müssen, wenn sich Jan-Jürgen beim Üben mit „egalnebenwemersteht“ kabbelt und beleidigt. Ich habe Angst, mir eingestehen zu müssen, dass ich für bestimmte Kinder lang nicht das erreichen konnte, was ich mir mit ihnen und für sie vorgenommen hatte. Und dass das keinesfalls nur an den Kindern liegt. Oder an ihren Eltern.

Ich sollte was für meine Stimmung tun, sonst werden die letzten Tage schlechter, als wir es uns verdient haben.

 

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7 Gedanken zu “Auf die Gefahr hin, dass man mich für eine schlechte Lehrerin hält…

      1. Dann aber ran an den Speck!
        Unser Kollegium hat das selbst organisiert, seit 8 Jahren. Und zahlen natürlich selbst, weil der Staat keine Kohle gibt.
        Und die Schulleitung hat auch ihre eigene Supervision.
        Die/Der SupervisorIn muss natürlich gut sein, analytische Richtung ist nicht schlecht.
        Im Kollegium ist seit Jahren die Lehrergesundheit Thema.
        Bei der Schulleitung im übrigen auch.
        Also: Auf zu neuen Uferrrrrn!

      2. Wir hatten während unserer Unipraktika SV-Gruppen, das fand ich sehr gut. Schon allein wegen dieses „Relatiivierung von Normen-IchbinmitdiesemProblemnichtallein“-Gefühls. Ich glaub aber ne externe Gruppe ist eher was für mich als eine im Kollegium. Werde mich im neuen Jahr mal auf die Suche machen.
        Finde es toll, was ihr an Eurer Schule alles für Lehrer und Schüler auf die Beine stellt: wenn´s nicht so weit weg wäre würde ich mich glatt bewerben.

        Liebe Grüße
        H.

  1. Hallo!
    Bin endlichpause auf deine Seite gelangt und freue mich über einen sonderpädagogischen Blog 🙂
    Unsere Weihnachtsfeier haben wir am Donnerstag hinter und gebracht und auch ich konnte den ganzen Kram am Ende leider nicht mehr hören, das scheint das Leid der Musiklehrer zu sein.
    Wenn ich privat noch nen Termin umgeschubst bekomme, sehen wir uns vielleicht sogar im März in Gemen.
    Viele Grüße und noch genug Durchhaltevermögen für die letzten drei Tage!
    Sarah

  2. Aber es wäre doch besser, eine Supervision mit den KollegInnen zu haben, oder nicht?
    Ich hatte heute wieder Supervision und ich habe wieder ein Stück über mich gelernt (ich war Thema).
    Möchte es nicht missen.
    Wir haben aber auch eine gute Supervisorin.
    Macht das sonst mit Wirtschaftsbetrieben.
    Liebe Grüße.

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