Erfolg organisieren oder: Die Hattifnatte betreibt Förderplanung

„Ich schreib da rein, was ich eh mache: Ermutigung, Leistungsrückmeldung – ihr wisst schon“, sagt Kollegin F.

„Ist doch eigentlich jedes Jahr das gleiche: Merkfähigkeit ausbauen, Arbeitsverhalten stärken und diese Sachen eben“ sagt Kollegin M.

„Hmpf“ denkt sich die Hattifnatte (die beide Kollegen übrigens für fähige Pädagogen hält). Das kann doch nicht alles gewesen sein, was sich der liebe Gott dachte, als er den Förderplan erschuf. Gleichzeitig weiß sie aber, dass etliche ihrer durchaus konkreten Förderziele der letzten Jahre doch eher in der Schublade gelandet und/oder über die Monate versandet sind.

Sie nimmt sich daher folgendes vor:

  • Jedes Förderziel darf maximal bis zu den Halbjahreszeugnissen reichen. Es muss in diesem Zeitraum erfüllbar sein. Im Februar gibt es neue Förderpläne.
  • Die Ziele werden von mir ausgewählt, aber dem Kind transparent gemacht. Das Kind darf einschätzen, ob es sein Ziel für machbar hält, ggf. wird es modifiziert.
  • Jedes Kind bekommt (maximal!) zwei Förderziele, beide allerderbstens spezifisch und auf den Unterricht bzw. das schulische Zusammenleben ausgerichtet sind. Sie sollen einen direkt spürbaren, überprüfbaren Effekt für das Kind selbst haben, dieser wird auch im Zeugnis vermerkt. Denn „Es ist die vornehmste Aufgabe einer jeden Lehrkraft, Erfolg zu organisieren.“**
  • Bei den Kindern, bei denen die Eltern sich eh nicht kümmern, wird dies auch nicht im Förderplan verlangt . Extrabaustelle.

 

So this is my truth, now tell me yours 🙂

 

*“Alfred automatisiert die Verdopplungsaufgaben bis 20. Er übt während der Freiarbeit mit Logico, den Partnerkarten und dem Memory. In der Tagesgruppe werden die Aufgaben Dienstag und Freitag 10 Minuten mit einem Erwachsenen geübt und gelegt.

* Peter hält im Deutschunterricht, wenn er Druckschrift schreibt die Zeile ein. Frau H. markiert bis November die Mittelzeile im Schreibheft rot. Peter schreibt zunächst wieder mit Bleistift, um sich besser korrigieren zu können. Zum Üben arbeitet Peter die ersten 10 Minuten des Deutschunterrichts mit der Abschreibekartei.

**Das hat Marita Bergson gesagt. Schlau ist die!

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5 Gedanken zu “Erfolg organisieren oder: Die Hattifnatte betreibt Förderplanung

  1. Ich sehs so wie deine Kolleginnen: da schreib ich rein, was ich sowieso mache 😦
    Mittlerweile schleppe ich soviele Sachen wie nie hin und her, dient alles der Dokumentation. Was früher alles in meinen DIN A 4 Lehrerkalender gepasst hat, muss nun in Extrabögen, für “ normale“ Kinder, Förderkinder, etc etc
    Bisschen frustig das Ganze.
    Wozu?

  2. Ich finde deinen positiven Ansatz gut, merke ich doch bei mir, dass er oft auf der Strecke bleibt. Aber auch ich stimme etwas resigniert den Kolleginnen zu: so viel Schreibkram… wofür? Sobald Vertretungsunterricht nötig ist, entfällt der Förderunterricht, fehlen die Doppelbesetzungen, arbeite ich mit zwei Klassen gleichzeitig. Manchmal glaube ich, diese Pläne sind nur dafür da, mich an unguten Tagen zu verhöhnen!

    Lass uns doch wieder mal eine Telefonkonferenz abhalten! .-)
    Liebe Grüße!

    1. Telefonkonferenz steht unbedingt an…viel zu lange her!

      Gerade eben wegen der (auch bei uns) ständig ausfallenden Förderstunden etc. pp habe ich versucht Förderpläne zu verfassen, die sich irgendwie in den „normalen“ Unterricht integrieren lassen und für die „nur“ ich zuständig bin.

      Allerliebste, erschöpfte Grüße

  3. My truth is ähnlich.
    Wir haben uns schulweit darauf verständigt, für jeden Schüler EIN Ziel für den Förderplan auszuwählen, der jeweils nach einem Trimester überarbeitet wird. Wie bei dir soll das Ziel möglichst einfach zu überprüfen und auch sinnvoll erfüllbar sein. Neben dem Klassenlehrer reden in einer recht kurzen und effektiven Teamsitzung auch noch die zugeordneten Fach- und Förderlehrer mit. Und die Ziele sollen eben vor allem im normalen Unterricht erfüllbar sein – im Förderunterricht kann jeder 🙂

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