Schöner Scheitern mit der Hattifnatte

Ich find pädagogische Theorien geil. Und (empirische) Studien dazu. Im Studium hatte ich ne Vorlesung, die „Grundlegende Probleme der Lernbehinderten und Förderpädagogik im Lichte erfahrungswissenschaftlicher Forschungsbefunde“* hieß. Fand ich gut. Wenn ich mal nen Buch schreibe, heißt das so (auch, wenn es Belletristik ist. Erst recht, wenn es ein Schnulzroman ist).

Ich wollte immer theoriegeleiteten Unterricht machen. Und tu das zuweilen auch. Zuweilen. Früher bin ich regelmässig erst in den Zug gestiegen, dann in die tiefen der Unibib, hinunter in den wohlriechenden Bereich, wo die pädagogischen Fachzeitschriften wohnen. Vor nem Jahr etwa das letzte Mal. Lese ich in 10 Jahren bloss noch Lehrerhandreichungen?

Neulich habe ich eine (lange) Matheeinheit zum Teilen schnell und wenig gut vorbereitet. Mittendrin fiel mir was in die Hände das „Hättest du es nur so gemacht“ sagte. Zu spät war’s.
Ich will seit Jahren Lesefortschrittsmessungen plus dazugehöriger Grafiken mit meiner Klasse durchführen. In den Ferien hab ich schon oft Pläne entworfen, verworfen dann im Kleinklein des Wuselalltags.

Gut weiter Scheitergeschichten erzählen könnte ich. Inneres Scheitern und äusseres. Schokoladengesättigtes, Tränen getränktes und solches, das man erst später merkt. Ich erzähle euch davon, in nächster Zeit. Erzählt ihr mit?

*Wir haben sie „Im Lichte“ genannt. Ich war jüngst mal auf der Homepage meiner alma mater und musste feststellen, dass es die Vorlesung unter diesem Namen nicht mehr gibt. Traurig! Verfall des Abendlandes, früher war alles besser etc pp.

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3 Gedanken zu “Schöner Scheitern mit der Hattifnatte

  1. … oooh, da könnte ich ganze Romane drüber verfassen über das Scheitern, Planen und Verwerfen, Kurzfristigkeit etc.
    Weiß nur nicht, ob DAS wer lesen möchte! 😀
    Ka

    1. Doch, ich! 🙂 (Und sicher auch viele andere. Zu sehen, dass man mit seinen Unzulänglichkeiten, verlorenen Idealen, Zweifeln und Misserfolgen nicht allein ist, will doch jeder wissen; will er nicht?! 🙂 )

  2. Über das Scheitern denke ich viel nach, ich bin auch oft gescheitert. Geschichten vom Scheitern kann ich persönlich immer mehr abgewinnen als welchen mit Happy End. Wenn nämlich eine Geschichte vom Scheitern erzählt werden kann, heißt das auch, dass die Person sich danach wieder aufgerafft hat. Und ich habe gelernt, dass man nie ganz scheitert, weil es zum einen immer irgendwie weiter geht und zum anderen mehr und schöner formt als Erfolg.

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