Alter, bin ich schlicht (dafür gibt´s auch nen Rezept dazu)

„…oder geben sie die Gnocchi in eine Pfanne mit ausgelassener Butter“. Ich bin so leicht zu erfreuen – grinsend töffele ich jetzt durch die Gegend, das ausgelassen sein überlasse ich heute allerdings mal den Fetterzeugnissen.

Weil: Förderplangespräche. Alle an einem Tag (gefühlt), Sushi vom Aldi ausser Packung*, in der halben Stunde gekauft und verzehrt, als die Eltern X unangemeldet nicht erschienen (GRRR!), Rückenschmerz (leicht).

Was gut, dass sich das heutige „richtige“ Essen praktisch nebenbei macht, während ich noch hier Noten einpflege und dort Mathespiele raussuche.

Es gibt – Tätärätääää, Kantelegeklimper, Englischhorn setzt ein – Gnocchi mit Kram (für 2)

Die Gnocchi sind selbstredend gekauft, wir haben ja kein Wochenende hier.

Außerdem dabei:

2 – 3 Schalotten

Paprikaschote in dünnen Streifen

Fenchelknolle

1 Möhre

Tomatenmatsch

Currypulver (ca 1 gehäufter TL)

Salz

Salbeiblätter (optional + zu dieser Jahreszeit wohl eher die getrockneten ausm Garten von letzter Saison)

Schuss Sherry (optional)

große Mengen Butter

 

Kleine Mengen Butter im Topf nicht zu sehr erhitzen und die geviertelten Schalotten reintun. 10 Minuten weggehen und etwa 4 Ikeataschen mit Dingen füllen, die dem Mathematikunterricht der Klasse 1 zur Freude gereichen. Hitze so wählen, dass die Schalotten nicht anbrennen, bevor Taschen befüllt.

Fenchelknolle (ohne grün, das ess ich so [nach 2 Nutellatoasts]) schneiden und zu den Schalotten geben. Immer noch eher geringe Hitze. Wieder 10 Minuten weggehen. 9 Minuten Musiknoteneingeben, 1 Minute darüber ärgern, für künstlerische Fächer Noten vergeben zu müssen.

Vor schulsystemkritischen Gedanken rettet uns nun: Butter, ausgelassen. Davon viel und zwar in einer Pfanne (mit Salbei). Wenn die Butter ausgelassen genug erscheint (jaja, ich hör schon auf…), Gnocchi dazu, durchrühren um alles mit Butterfilm zu überziehen und vorsichhin braten lassen.
Gleichzeitig (wir haben Kounin gelesen und verinnerlicht, wir schaffen das!): Paprika dazu geben, Hitze bisschen hoch. Dabei bleiben und darüber nachsinnen, was man im nächsten Halbjahr (noch) besser machen könnte. Nach 2 Minuten den Gedanken das Denken verbieten und mit Sherry ablöschen (das Gemüse, nicht das Hirn).


Wenn Sherry verbruzzelt ist: Tomatenmatsch und Curry dazu. Nicht zu viel, es ist keine Soße, was wir hier kochen. Nebenbei vielleicht mal die Gnocchi durchrütteln. Dabei unpädagogischerweise an bestimmte Achtklässler denken.

5 Minuten weggehen, alles für morgen bereit stellen, feststellen, dass es 6 Taschen sind, am eigenen Verstand und der Größe des KleinwagenKofferraums zweifeln.

Möhre eventuell schälen und zwingend reiben (grob). Zum Gemüse geben. Gnocchi nicht vergessen. Nach 2 Minuten ist das Gemüse fertig und wird Gnocchibegleitet verzehrt – selbstredend auf dem Sofa.


Gnocchi bleiben nie übrig (so lautet das Gesetz), das Gemüse ist mengenmäßig recht üppig und kann am morgigen Tag kalt mit in die Schule genommen und mit beim Bäcker erworbenem Brot ohne Vollkornanteil sehr gut kalt verzehrt werden.

Habt es gut und bleibt schön wacker!

 

* Das ist natürlich total umweltsündig verpackt und voller Konservierungsstoffe usw.. Aber geil.

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3 Gedanken zu “Alter, bin ich schlicht (dafür gibt´s auch nen Rezept dazu)

  1. Werte Hattifnatte,
    deine Artikel bewundere ich; allesamt! Nun mag ich leider keine Gnocchi, aber der Gemüsekram hört sich auch gut an. Weitere Probleme: 1. Klasse ja, Ikeataschen nein, nur Schränke zu Hause und im Klassenzimmer. Hm? Mnsiknoten nein, aber schriftliche Bemerkungen (diese anstelle des Taschenpackens?), Ärger und unpädagogische Gedanken gehen gut, ausgelassen – keine Frage. Kounin eigentlich gar nicht gelesen, also lieber nacheinander. Sherry ist da – natürlich. Kleinwagen gibt’s auch, aber der Schrank passt nicht rein. Mal schauen. Ich ess außerdem lieber am Stuhl, weil das Buch so vom Tisch gestützt wird; auch okay? Fazit: Insgesamt ein sehr anspruchsvolles Rezept, aber sicherlich der Beschäftigung damit wert! Ich hab’s auch gut, ob das mit dem wacker bleiben klappt, na ja. Gebe die Wünsche an dich zurück und bedanke mich allerherzlichst für deine herzerfrischenden Gedanken über die ich mich immer sehr freue. Mach weiter so, bitte!!! LG, Sissi

    1. Das ist ein extrem entzückender
      Kommentar, vielen Dank! Das Gemüse macht sich auch gut zu gebratener Polenta, evtl sogar zu Bratkartoffeln ( der Aspekt „knusprigkeit“ sollte dabei sein 🙂 )

  2. Meine Liebe,
    das Rezept (obgleich bestimmt meeegalecker) ist mir gerade zu kompliziert, ich hänge noch in den Zeugnissen. Aber ich habe gerade zwei Stücke Apfel-Kokosmilchreis-Kuchen verdrückt. Das funktioniert auch. Ich grüße dich herzlichst 🙂

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