Der Platz neben dem Phönix

2009, da war ich noch im Referendariat, purzelte mir eine Klasse lieblicher Pubertätsmenschen vor die Füße und ich zitterte und bebte und schrieb hinfort unter Elternbriefe „H.Hattifnatte, Klassenlehrerin“.

Dann kamen die Jahre mit den wilden Kerlen, im letzten Jahr die FLEX-Klasse. Und ich schrieb und unterzeichnete und rang um Respekt und um Seelen und um Kompetenzen (fremde und eigene) und ich fluchte und lachte und träumte von und kittete (Herzen und Hefte); ich streichelte und hielt fest und ließ los.
Dieses Jahr wird der Platz neben K.s Phönix, der für das aktuelle Klassenfoto reserviert war, leer bleiben.

Advertisements

6 Gedanken zu “Der Platz neben dem Phönix

  1. Liebe Hattifnatte,
    ich habe ich riesig gefreut, als ich entdeckt habe, dass du wieder geschrieben hast.
    Leider werde ich aus deinem Text nicht klug, aber ich habe ein ungutes Gefühl.
    Liebe Hattifnatte, was auch immer ist, schön, dass die dich mal wieder meldest!

      1. Oh je, jetzt verstehe ich deinen Post.
        Ich bin Förderschullehrerin und war – Inklusion sei Dank – auch zwangsweise in den letzten Jahren Klassenlos und bin durch unzählige Klassen und auch Schulen gehetzt, ohne irgendwo richtig dazu zu gehören oder mich zugehörig zu fühlen. Anfangs habe ich diese Unabhängigkeit auch wirklich sehr genossen, denn man ist für kaum noch was direkt verantwortlich, weil man ja nur noch beraten soll. Aber ich will gerne verantwortlich sein und ich brauche eine Beziehung zu meinen Schülern und meinen Kolleginnen, die man halt nicht richtig hat, wenn man immer nur hin und her rennt und fährt. Ich habe die Konsequenz gezogen und bin jetzt seit letztem Jahr wieder an einer Förderschule als Klassenlehrerin, auch wenn der Fahrweg erheblich länger ist und ich viel, viel mehr Zeit in meine Arbeit investiere, fühle ich mich erheblich weniger gestresst. Klassenlehrerin sein ist wirklich ganz anders.Ich habe aber viele Kolleginnen, die heilfroh sind, als Förderschullehrer nie wieder Klassenlehrer werden zu können. So sind die Menschen unterschiedlich!
        Ich wünsche dir die Kraft das bestes aus der aktuellen Situation zu machen, vielleicht hat es ja doch auch genug positives für dich!
        LG Andrea

  2. Ich freue mich auch, wieder von dir zu lesen! Ich mag deine Art zu schreiben!
    Und meine Erfahrungen aus zwei Jahren ohne eigene Klasse war seeehr positiv: Ich konnte andere Stärken viel besser ausspielen und habe vor allem im Fachunterricht und im Bereich Medien weit mehr geschafft als mit einer eigenen Klasse…
    Beste Grüße,
    Katha

  3. Ja, es hört sich traurig an… Doch ich kann nur die letzte ermunternde Zuschrift unterstützen. Der Fokus wird sich auf andere Bereiche legen, z.B. etwas Neues ausprobieren, Erfahrungen weitergeben….
    Einen guten Start in das neue Schuljahr mit großem Muuuut, unbännnndiger Neugier und vielen wundervollen Erlebnissen mit Kindern!
    Liebe Grüße
    Edeltraud Koschay

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s