Arcimboldo, Zitronenbatterien und eine schwer inspirierte Hattifnatte (Including: Auflösung und Auslosung)

Kennt hier noch jemand das „Kochduell“?: Zwei Teams bekamen eine  – oft recht wirre – Mischung von Nahrungsmitteln vorgelegt und mussten daraus in kurzer Zeit Wohlschmeckendes zaubern. Mit euch lieben Kommentateusen könnte man sowas auch machen – nur halt auf Schule und Unterricht übertragen. Wär doch mal lustig: Hier hat du eine Klasse, zwei Fahrradschläuche, eine Avocado, Zitronensäure und Aquarellpapier. Nutze das sinnvoll für deinen Unterricht!  Ich bin mir sicher: da kämen mannigfaltige Ideen bei raus.

Nu aber: die Requisiten waren bekanntlich diesmal jene.

img_0139Und gute Güte, was hattet ihr denn bitte für großartige, lustige, phantasievolle Ideen? Da trau ich mich ja kaum zu erzählen, was ich tatsächlich damit gemacht habe (tu ich trotzdem, etwas weiter unten).

Damit ihr nicht sämtliche Kommentare unterm letzten Beitrag lesen müsst, hier ein paar der vielen „Vorschläge“:

Kunst

Mehrere Kommentateusen haben Giuseppe Arcimboldo und seine Werke hinter meinem Unterricht vermutet. Ich dachte“ArcimbolWiebitte?“, nach dem googeln kam mir das ein oder andere Bild bekannt vor.

 

 

 

Lassen sich im Kunstunterricht bestimmt tolle Einheiten zu machen. Will da nicht jemand was drüber schreiben? Ich unterrichte ja keine bildende Kunst, sondern bin eher in der Theater- und Musikecke zu finden (und das ist auch gut so: für die SchülerInnen und für mich 🙂 )

Naturwissenschaften

Eine Kartoffelbatterie hab ich tatsächlich schon mal mit Kindern gebaut. Aber nicht vor kurzem. Und mit Zitronen geht das anscheinend auch.

Experimente zur Leitfähigkeit mit diesen Gemüsen zu machen, würde sich schon für den Satz „Im Kühschrank 3 Wochen vergessene Petersilienwurzeln leiten aufgrund ihres geringen Flüssigkeitsgehaltes schlecht“ lohnen, würde es nicht?

Das war natürlich noch lang nicht alles, aber es ist Freitag und ich will noch raus in die Sonne, also Huschhusch, auf zu Musik.

Anne hat in den Kommentaren das Gemüseorchester verlinkt. Gute Güte, was es nicht alles gibt –  faszinierend. 🙂

Derartiges haben die Kinder und ich nicht veranstaltet, aber mit Musik hatte es schon zu tun. Seit einigen Wochen beschäftigt sich unsere 4 im Sachunterricht mit gesunder Ernährung. Das hab ich für Musik mal flux (?) aufgegriffen*.

Am Lied „Tomatensalat“ haben die Kinder nun dermaßen großen Gefallen gefunden, dass es am Ende jeder Stunde eingefordert wird. Wer´s nicht kennt: hier isses.

 

 

 

Da ich begründete Sorgen hegte, mein Hirn könnte sich bei einem weiteren Singen dieses Liedes in – nunja – Tomatensalat verwandeln, hab ich mir mal  drumrum was ausgedacht.

Wir haben an diesem Lied (mal wieder) geübt, auf unterschiedliche Weisen zu singen. Als Vorstellungshilfe und Zusatzbelustigung (immerhin war Faschingszeit!) durften die Gemüse und Obste(?) mitmachen.

Jedem Nahrungsmittel wurde ein Gemütszustand oder eine Eigenschaft zugeschrieben und dann entsprechend besungen. Das Lied der sauren Zitrone klang ziemlich wütend, die Banane war matschig und krank, die Petersilienwurzel wurde als sehr schüchtern eingestuft.

„Petersiljenwurzel“ auf dieses eigentlich für fünfsilber konzipierte Lied zu singen erwies sich auch als ernsthaft schwierig, bei den diversen Dreisilbern ging das sehr gut.**

Ein wunderbares, sonniges Wochenende für euch alle und ein Frühlingspäckchen für – das Los hat entschieden (Trommelwirbel, Gemüseorchester-Ramtamam) – Trine. Ich melde mich per Mail bei Dir.

*Wenn ihr gern wüsstet, was ich da sonst so gemacht habe, schreibt mir das mal. Dann verwurste ich das – spätestens in den Osterferien – zu nem Artikel

**Der Spaß der falschen Silbenbetonung geh bei Dreisilbern natürlich weitesgehend verloren. aber darauf kam es mir in der Stunde auch weniger an

Exportunternehmen H. (Including: Petersilienwurzel und Verlosung)

Dochdochdoch, es ist besser geworden. Ich nehme lang nicht mehr so viele Privathäusliche Dinge mit zur Schule wie noch vor einigen Jahren. Was auch daran liegt, dass die Küchenausstattung in meinen jetzigen Schulen kaum was zu wünschen übrig lässt und Messbecher für Mathe, Töpfe für Rhythmuskram und Öl für den Kunstunterricht einfach so benutzt werden dürfen.
Natürlich liegt es auch mit daran, dass ich einiges speziell für die Schule habe: für flauschiges Sitzkreisinneres muss nicht mehr die Tischdecke herhalten – da hab ich mir ja vor Jahren eigens Tücher für gekauft. Es gibt eine Ikeakiste voller Zählmaterialien und eigens für die Schule angeschaffte (Flohmarkt)Gesellschaftsspiele…

Heute allerdings musste ich an die Gemüseschublade im Kühlschrank.

Diese freundlichen Nahrungsmittel wurden für ganz und gar nichts Hauswirtschaftliches benötigt.
Wer eine Idee hat, in was für einer Unterrichtssituation sie Verwendung gefunden haben könnten, schreibe dies doch bitte in die Kommentare.**

Und weil´s dann bekanntlich schneller Frühling wird, verlose ich unter allen KommentatorInnen ein JuhuderFrühlingkommt!-Hattifnattenpäckchen. Ich veröffentliche alle Kommentare Freitag um 15h und lose dann die GewinnerIn aus.

Kommt gut in den März und esst mir ja nicht zu wenig Kuchen!

**Es kommt nicht darauf an, meinem tatsächlichen Unterrichtsgeschehen nahe zu kommen. Macht mich froh und tobt euch einfach kreativ aus. 🙂

(Nicht mehr vorhandene) Bruchteile von Kuchen, alttestamentarische Blicke und gepunktete Kalender: Links im Februar

Gute Monate beginnen mit Gebäck, bei uns war´s – animiert durch einen Obstkorb allzu sauerer Orangen – dieser Kuchen. Er wurde an einem Wochenende von zwei in diesem Haushalt lebenden Personen (die nicht näher genannt werden möchten) komplett verzehrt.

Auf die Teilung von Kuchen verzichtet hab ich bei der Neuauflage „Bruchrechnung“ in der 8. Dafür haben wir mehrere – papierene –  Ganze in lustig-farbige Bruchteile von 1/2 bis 1/12 zerteilt, die ich u.a. zur Veranschaulichung von unechten Brüchen und dem besseren Verständnis von Kürzen und Erweitern nutze. Erst wollte ich sie auch fürs Vergleichen von Brüchen benutzen – lass ich nu aber doch, dazu dient momentan in Partnerarbeit am PC „Fraction Bars“ der englischen Seite TeacherLED.

Ich habe jüngst unter dem „12 von 12“ Artikel ganz wunderbare Sachbuchempfehlungen bekommen, „Wie wir begehren“ von Carolin Emcke gleich beim letzten Büchereibesuch ausgeliehen und weitere vorgemerkt. Ich kann´s noch nicht empfehlen, weil es noch unangefangen auf der blauen Kommode rumliegt. Unbedingt empfehlen – für Büchereilieber und -hasser – will ich aber diesen Bibliothekstext von Herrn Buddenbohm. (Darin übrigens der „Blick, der als alttestamentarisch durchgehen kann“).

Von schon bebuchstabten Büchern zu noch relativ leeren:

Ich bin eine Lehrerkalenderwechslerin. Ich hatte schon den von 4teachers und den von Timetex, dieses Schuljahr begleitet mich nur der kleine rote der örtlichen Sparkasse. Meine Unterrichtsplanungen mache ich in fest gebundenen, kleinen Blankobüchern (von Tiger), momentan schreib ich da auch Gesprächskram und Konferenzengemurks rein. Und die vielen Notizen für die Präventions- und Integrationsarbeit. Gerade ist sogar mir das etwas zu durchmischt. Nächstes Jahr möchte ich meine tatsächlichen Unterrichtsplanungen weiterhin im Extrabuch haben, den Rest aber doch bittegerne in einem großen Lehrerkalender. Bei Instagram bin ich über den  gepunkteten (!) Lieblingslehrerplaner gestolpert. Und bin angetan. Dazu sollte man wissen, dass ich Punkte wirklich sehr, sehr mag. Ich besitze 3 gepunktete Shirts, zwei gepunktete Kleider, einen gepunkteten Blazer UND (Trommelwirbel, Saxofonsolo) einen türkisen, gepunkteten Mantel. Der Planer ist ebenfalls türkis gepunktet* – sie hören ein grundsätzlich sehr unhattifnattisches Kieksen. Unabhängig von den Punkten erscheint das Teilchen auch von innen niedlich und durchdacht – man kann ihn hier  virtuell durchblättern.**

Habt es gut, ob mit (karnevalistischen) Punkten oder ohne!

 

 

*Der Alternativeinband ist altrosa. Nunja.

** Das ist übrigens höchst freiwillige Reklame ohne Bezahlung oder Kooperation irgendeiner Art.

„Zum Glück“: Tag der Muttersprache

Leseförderstunde mit den Süßen aus der Eins:  Wir spielen zum Abschluss ein unglaublich simples, überirdisch beliebtes Lesespiel: Ein alter, blauer Spielplan wird zum Teil mit Muggelsteinen ausgelegt, reihum wird gewürfelt, wer mit seinem Spielboot einen Muggelstein erreicht hat, darf sich zwei Silben aus einem Beutel ziehen, sie vor sich in die Silbenboote* legen und erlesen. Nach dem Lesen (Hilfeholen ist erlaubt – nur verweigern nicht) wird beurteilt, ob es sich bei den zwei Silben um ein „echtes Wort“ oder ein „Zauberwort“ (also ein Pseudowort) handelt. Wer gelesen hat, darf den Muggelstein in sein Boot legen.

Jimmy ist dran. Er liest – erstmals ganz allein – „Mi-sa“. „Ein Zauberwort!“ sagt er. Veit schreitet ein: „Nein, es heißt Schüssel – es ist polnisch!“

Die anderen Kinder sind begeistert. Wir sprechen „Misa – Schüssel“ zusammen und manche von uns behaupten in der Pause, nun beinahe so gut polnisch zu sprechen wie Veit.

Hoffentlich bleibt sie, diese Freude am Anderen.

 

 

Achtung, hier wird gejammert

Schüler schlecht gelaunt, Hattifnatte angestrengt, mittelmäßig unterrichtet, Schüler patzig, Hattifnatte patzig, Klasse laut,  Lernerfolg gering, Kaffeekonsum hoch, Laune niedrig – Satz zu Ende (wurde aber auch mal Zeit).

Jetzt: „Ein jeder Tag hat seine eigene Plage denken“, zum Chor gehen, Schokolade essen (nein, nicht parallel) und morgen – ja morgen ist ein neuer Tag. Gute Sache

12 von 12 an einem grauen Februarsonntag

Sonntagsbrötchen, über Nacht gegangen und morgens gebacken – bisschen lang diesmal.


Die Tulpen scheinen verkatert. Freitag hatte ich kurz einen Winterrappel und habe nicht unerhebliche Teile meines Gehaltes im örtlichen Blumenladen gelassen
Nach den Brötchen ist vor den Brötchen: bevor ich mich ins Arbeitszimmer begebe, mahlt die Getreidemühle Weizen für den Hauptteig der IndieSchulemitnehmbrötchen. Ihr Verhalten ist dabei Leanders schulischem nicht unähnlich: sie tut was sie soll – und ist dabei unglaublich laut.

Wenn schon schulische Gedanken, dann bitte im Arbeitszimmer:

Korrektur, mon amour.
Etwas Prokrastination für zwischendurch: mein toller Riesenlocher guckt skeptisch. Ich hab ihn vor Jahren für 5€ aufm Flohmarkt gekauft, entekelt, geölt und halte ihn in Benutzung und ehren. Und  nach all den Jahren schaut er mich so von der Seite an? Pfff!

2 m weiter: Von Lochern zu Löchern. Ebenjenes ist inzwischen zweizehengross und jemand müsste es stopfen. Ich kann das nicht. Ich kann kochen, backen, unterrichten und nen paar Instrumente spielen. Das muss reichen
Wieder 2 m zurück zum Schreibtisch. Korrektur fertig, Weltkunde und Mathe fertig, Förderplanüberlegungen für Karsten verschoben (hüstel). Choreografie für Besenstomp überarbeiten, dazu nochmal das Original angucken.

Dann: erst in die Küche, dann aufs Sofa.

Habe mir vorgenommen, monatlich mindestens 1  nicht schulisches Sachbuch zu lesen. „1913“  gefällt mir ganz außerordentlich. Bin inzwischen schon im Oktober und bedaure schon jetzt, dass es bald vorbei sein wird. Habt ihr Sachbuchempfehlungen?
Die Blumen haben sich inzwischen erholt und ein paar Schlückchen Wasser getrunken.
Die Brötchen harren in der Küche des IndenBackofendürfens.

Sie sind nicht ganz geworden wie erwünscht, aber lecker. Es sind übrigens diese vom Ploetzblog.

Gleich gehen wir noch auf ein Konzert und für den Sonntagsrest gilt dann Faultierverhalten.

Mehr 12 von 12 findet ihr bei Caro.

Zeugnisgespräche in der 8

Wie sie da sitzen
diese großen, jungen Menschen
mit Mama
oder Pflegepapa
oder ganz allein.

Mit Egalgesichtern
Mit Hörtaufmichzuloben,dasschadetdemTeint-Gesichtern
Mit IhrwolltmirnurBöses-Gesichtern
MitPapaduschuldestmir50Euro-Gesichtern
Und manche sogar mit etwas Stolz.

Ich schaue sie an, diese großen jungen Menschen.
Und sorge mich, und ärgere mich und freue mich
und bin zuversichtlich
und – auf manche – sogar stolz.

Ich fürchte, ich hab sie gern, inzwischen.