Damit ich es nicht vergesse, dieses Gefühl

Die von mir in hohem Maße vereehrte Anke Gröner nutzt ihr Blog ab und an als Rezeptschnellwiederfindenablagestelle.
Ich nutze mein Blog abundan als Gutedingeschnellwiederfindenablagestelle. so Frederikmäßig – nur ohne die hübschen Bilder. Und ohne eine Maus zu sein. Wenn schon Tier, dann hab ich winters Hörnchentendenzen.

Heute wurde – nach Zaudern, Haareraufen, Lindor-Diät, viel geknülltem Papier, Freundesinspiration, Probearbeit, Zweifeln und Technikausfällen mein erstes eigenes Theaterstück von den wilden Kerlen auf die Bühne gebracht.

Das Publikum hat an den richtigen Stellen gelacht und an den richtigen Stellen Tränchen weggetupft. Meine eigenen sind verdampft im Applaus. Alter, solche Tage!

Ein Herzchen für die Vertretungszeit

Der Klotz hustet, der Klotz schnieft, der Klotz röchelt und hat unschönen Auswurf. Wird der arg grün, bleibt die engagierte Klotzkollegin als solche – klugerweise – zu Hause.
Hattifnattenseits ist man mit Erkältungskram schon durch und macht dann halt Vertretung in bekannten und fremden Klassen.
Wohl denen, die eine Gitarre und das Helbling Weihnachtsliederbuch* dabei haben und wissen, dass mindestens ein Mädchen in jeder Klasse Lena und ein Junge Tom heißen. Und Hohn und Spott über jene Hattifnatten, die plötzlich Lautgebärden in einer ersten Klasse benutzen, obwohl ebendiese erste Klasse ja ganz ohne arbeitet. Nun.

Heute aber: 4 Stunden Vertretung in unfremder Klasse, in der achten Flex nämlich. Ich kündige in der zweiten Stunde die stundenlange Hattifnattendauerschleife an und bekomme ein gönnerhaftes „Ach wissense, sooo schlimm sind sie ja nicht…!“
Sie machen so süße Komplimente, die lieblichen Pubertiere.

 

* Die gebe mir kein Geld, das ist wirklich gut.

Gutes und Wahres: AdventsLinks zu Dingen*

 

Die Nordmanntannen schießen aus dem Linoliumboden, in Schulen riecht es erfreulich oft nach Plätzchen und Meinhard Ansohn hat ein Weihnachtsliederbuch herausgebracht. Ich hab das natürlich sofort gekauft und finde es selbstverständlich formidabel. Lieder von ihm habe ich bisher mit Kindern zwischen 9 und 16 gesungen – und auch die hat es oft hineingesogen in die Lieder und ihre Themen  – er kann schon ein bisschen Zaubern, der Herr Ansohn.

Wenn ich nun, leise „Weihnacht ist auch für mich“ summend, durch den Klotz streife und mir etwa jemand ein Plätzchen anbietet*, muss ich nunmehr leider immer an diesen Text von Tillmann Rammstedt denken: „Die Welt geht vor die Hunde und Sie kommen hier an mit Makronen!“. Lest selbst, es lohnt.

Weil Plätzchen jetzt möglicherweise ungünstig sind, geb ich euch noch schnell dieses Lebkuchen-Kuchen-Rezept. Man braucht dafür fast nichts und es schmeckt wie diese schokoladenüberzogenen Rundlebkuchen in noch leckerer.

Habt es gut!

H.

 

** Ein durchaus realistisches Szenario!

*Ich behaupte jetzt nicht, das mit den Links würde was regelmäßiges. Immer, wenn ich das behaupte tritt nämlich mit sofortiger Wirkung eine richtig fiese Schreibblockade in Kraft und ich schreib nur noch sehr gerade Hauptsätze – das kann keine/r wollen.

 

 

 

Der „ein bisschen Kitsch schadet nie“-Adventskalender für Menschen mit Förderbedarf im Bereich Basteln

Ab und an überkommt es mich und ich nehme – wider besseren Wissens- den Bastelkleber zur Hand und harre der Dinge die da kommen. Die Dinge sehen dann doch am Ende äußerst danach aus, als hätten meine nicht vorhandenen Kinder daran maßgeblich mitgewirkt.

Beim Erschaffen eines neuen Adventskalenders für den Gatten hab ich deshalb wohlweislich auf Halbfertigprodukte zurück gegriffen und sie so zusammengepunzt, dass es – nun ja – anständig aussieht und noch genug Geld übrig ist, um gute Dinge für Innendrin zu besorgen.

Ich war bei Tiger und beim Depot (die mir beide für die Erwähnung ihrer Namen nix geschenkt haben) und habe erworben:

  • 1 Rolle Dekoband „Schneesterne“ (2m, 2€)
  • 1 Sternchenlocherdings (1€)
  • 24 Papiertütchen (in 6er Packs zu 1€)
  • Und vom Depot: Wäscheklammern mit Adventskalendernummern und possierlichen Bildchen (7,99€)

    Rechts oben in jedes Tütchen hab ich einen Stern gestanzt, das Schneesterneband in Stückchen (je 3 Schneesterne) geschnitten und mittig aufs Tütchen geklebt.

     Ich schwöre ja auf diesen „Wird beim Trocknen transparent“-Bastelkleber – aus Gründen. Wenn befüllt, wird schließlich die Wäscheklammer draufgeklippt.

    Ich finde das Ergebnis ja niedlich. Sagt jetzt nichts Falsches und habt einen schöne, lichtvolle, zwischendurch vielleicht sogar mal geruhsame Adventszeit.

    Von Sechsjährigen ausgelöste gute Laune ist echt nicht die schlechteste

    Heute: Hattifnatte eilt ganz besonders eilig von Klotzparkplatz zu Erstklassraum – sie hatte soeben Vertretung in der Förderschule und aus Vertretungen kommt man ja nie rechtzeitig raus, kommt man nicht?
    Bepackt ist sie selbstverständlich mit einer dieser transparenten Ikea-Kisten, in denen mal Ordnung herrschte. Inzwischen ist das mit der Transparenz büschen peinlich. Obgleich ducheinander sind in dieser ganz speziellen Kiste aber nach wie vor ausschließlich Dinge zur Zahlzerlegung (!). Im anderen Arm ne Gitarre und unterm Arm die Schultasche, Plastikverpackung von diesen krassen „Kinderhörnchen“ gerade nochmal eben reingeschoben, bevor es ein Grundschüler sieht.
    So bepackt begegnet mir Veit, ein süßes Kind, selbstverständlich vollgepackt mit Kompetenzen, zu denen allerdings Merkfähigkeit nicht unbedingt gehört. „Hallo Frau König-Wusterhausen!“ kräht er mich fröhlich strahlend an. „Hallo Frau Hattifnatte“ verantwortebessere ich blöde. Woraufhin Veit sich kringelt vor Lachen: „Ich bin doch nicht Frau Hattifnatte, die ist doch ———–Das bist doch du!“ Man stelle sich dazu ein „Heureka!“-Gesicht vor.
    Gute Güte, was sind Erstklässler niedlich!

    Hattifnattenaggressionsmaterial

    Doch, doch, ich schreibe. Voll schöne Texte über Musikrituale in der ersten Klasse und anderes erfreuliches. Und dann veröffentlich ich sie fast. Und dann doch nicht, weil wohl tatsächlich Menschen im Klotz meinen Blog zu lesen scheinen. Und das ist dann plötzlich sehr nah dran und ein bisschen neu und unheimlich und die Hattifnatte muss das erstmal in ihrem Kopf bewegen.

    Aber nu ist Leonard Cohen tot und ich hör die ganze Zeit „Take this waltz“ und „Dance me to the end of love“ und „So long, Marianne“ und so wunderwunderschön wie diese Musik ist – büschen melancholisch macht sie ja schon, macht sie nicht? Wenn ich dann endlich mal die neue „Praxis Grundschule“ durchblättere und mir fällt so nen Flyer für irgendwas entgegen „Inklusion, endlich einfach!“ verspricht er – wie so vieles andere Material das auch gerade tut. Hattifnattenaggressionsmaterial ist das.

    Denn – liebe Verlage, liebe Menschheit, liebe nicht Winterschlaf haltende Tierwelt: das Material mag noch so dermaßen großartig sein (und oft ist es das ja nichtmal). Inklusion ist nie selten einfach. Es ist schwer, es ist Arbeit, es verlangt Einsatz, viele Menschen, lange Gespräche,  gute Ideen, goldene Seelen, Nasenbluten, Achselschweiß und Tränen (der Freude und der Erschöpfung).

    Ich bin inklusionsbefreundet. Aber man höre – the fuckingfuck –  doch bitte auf zu behaupten, es gäbe dafür einfache Standardlösungen.

    Heute morgen habe ich zwei Croissants gegessen* – und auch sonst könnte es mir schlechter gehen

    Für den Freundeskreis „Blogartikel kurz zusammengefasst“ habe ich sagenhaft freundlich den Inhalt des selbigen in die Überschrift geklemmt. Alles andere ist Beiwerk, möglicherweise schmückendes. 

    Es gibt inzwischen Tage, da fühl ich mich echtmal kompetent. Die sind nicht in der Mehrzahl, das wär sonst auch beängstigend, aber sie sind spürbar und da. Jüngst trug ich das Kompetenzkleid – und fror mittel-bis nullkompetent vor mich hin. Vielleicht braucht der Klotz ein anderes Kompetenz-Kleidungsstück. Rock, Bluse, Tuch? Vorschläge werden gern entgegen genommen.

    In enorm grosser Bälde sind Herbstferien. Ich bin bekanntlich im Zeichen des Bilchs geboren und nutze sie somit zur Winterruhe. In wachen Minuten werde ich zwei Artikel** mit fachlich zu verwurstenden Inhalten schreiben. Ab und an werde ich mit Runzelstirn an Schulisches denken. Und mich anderen tags darauf freuen.

    **Davon erstmals einen „das Produkt wurde mir freundlicherweise zur Verfügung gestellt…“ und einen dazu, was Musik im Unterricht mit den ganz Kleinen so kann.

    *Die kamen ganz frisch aus des Bäckers Ofen.und mussten somit sofort verzehrt werden. So sagt es das Gesetz.